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15. April 2012 Jan Brill
Leserreise: Flyout 2012 nach Norwegen Reiseplan und Anmeldung zum Leserflyout 2012 nach Norwegen In einer Blitz-Erkundung haben wir in der Woche vor Ostern die wichtigsten Stopps und Hotels des Leserflyouts 2012 in Norwegen auskundschaftet. 2.300 NM, 14 Hotels und drei Flughäfen in 33 Stunden! Das geht nur mit GA. Um das Ergebnis zusammenzufassen: Wir sind begeistert von Norwegen! Wir freuen uns riesig auf den eigentlichen Flyout im Hochsommer, wo wir das alles dann noch einmal ganz in Ruhe und ohne Zeitraffer erleben dürfen. Bis weit jenseits des Polarkreises auf die Lofoten hat uns der Erkundungsflug geführt. Und der Weg auf 68° Nord hat sich gelohnt. Ein wunderschönes modernes Hotel, die umwerfende Natur und jede Menge freundlicher Kontakte. Inzwischen sind auch die Preisverhandlungen mit den ausgewählten Hotels abgeschlossen und wir freuen uns trotz des in Norwegen insgesamt hohen Preisniveaus diesen Leserflyout deutlich günstiger anbieten zu können als den Britannia-Flug 2010. Direkt zu: Anmeldeformular | Kosten
Exploration an den Polarkreis
Norwegen ist Schengen, aber nicht EU. Es ist bei einem Abflug direkt von der Bundesrepublik nach Norwegen und umgekehrt also eine Zollkontrolle nötig. Eine Zwischenlandung in Dänemark löst das Problem, da zwischen den skandinavischen Ländern wiederum freier Grenzverkehr herrscht. Auf die Einzelheiten werden wir beim Vorbereitungsbriefing am 12. Mai 2012 in Egelsbach noch eingehen.
Bergen/ENBR präsentierte sich uns zwar mit traumhaftem Wetter und fantastischen Sichten auf das Hochland der Telemark, aber nicht unbedingt als optimaler GA-Flugplatz. Das lag zunächst einmal daran, dass momentan dort kräftig gebaut wird (ist im Juni abgeschlossen), aber auch an der Größe des Flughafens und am regen Helikopter-Verkehr auf die nahe liegenden Ölplattformen.
Die alte Hansestadt Bergen präsentierte sich dann bei klarem Postkarten-Wetter, worüber sich vor allem Copilot und Fotograf Alexander Wipf sehr freute. Insgesamt sechs Hotels nahmen wir im Laufe des Nachmittags in Augenschein und wählten schließlich das direkt am historischen Hanse-Hafen gelegene First Marin für die Gruppe aus. Das in einer alten Bücherfabrik mit teils sehr originell gestalteten Zimmern entstandene Hotel bietet aus Komfort, Größe und Lage nach unserer Ansicht die beste Schnittmenge in Bergen. Praktisch alles, was die Stadt selbst zu bieten hat kann von dort aus zu Fuß erreicht werden, und man befindet sich nur wenige Schritte weg von einer Anzahl schöner Restaurants und Kneipen.
Der Flugplatz in Trondheim ist deutlich kleiner als der in Bergen und es geht dort auch sehr viel ruhiger zu. Es gibt ein richtiges GA-Terminal und alles läuft wie am Schnürchen. Allerdings sollte man vor der ca. 25 Minuten langen Taxifahrt in die Stadt noch mal tief Luft holen. Ca. 90 Euro kostet diese nämlich. Wer dieses Geld lieber anders anlegt, kann aber auch mit dem "Flybussn" direkt vom Flugplatz in die Stadt fahren. Das dauert nur ca. 15 Minuten länger und kostet 10 Euro.
Insgesamt ist Norwegen ein recht teures Land, vor allem z.B. bei Taxi oder an der Bar. Jetfuel ist zu unserer Freude aber mit 1,20 bis 1,50 Euro pro Liter recht erträglich und auch Avgas ist mit 2,00 Euro pro Liter nicht so teuer wie bei uns. Außerdem sind die Gebühren recht moderat, gerade mal 50 Euro lassen wir für unsere 4-Tonnen-Cheyenne in Trondheim inkl. ILS und Parken. Ein kleinerer Flieger ist natürlich auch noch deutlich günstiger.
Wegen des Feiertags (Gründonnerstag) hatte man dort den unkontrollierten Platz leider bis auf einen Linien-Arrival geschlossen, jedoch weder ein NOTAM herausgegeben noch Bodö-Approach informiert. Macht aber nix, wir sind ja in Skandinavien "land on your own discretion" gibt uns der Radarlotse von Bodö mit und verabschiedet sich.
Der Platz liegt in einer Bucht auf der Südseite der Inselgruppe und ist an drei Seiten von 4.000 bis 5.000 ft hohen steilen Felsen umgeben. Nichts für Leute, die mit dem Missed-Approach lange zögern. Als wir dann allerdings nach dem recht komplexen Offsett-Localizer ankommen und eigentlich bereits visual sind, stellt sich noch ein Schneeschauer zwischen uns und den Platz.
Wir fliegen also in 500 ft bei recht miesen Sichten über das Wasser und just in dem Moment, indem wir aus dem Schauer wieder ins Freie kommen, meldet sich doch noch jemand auf der AFIS und teilt mit, die Piste sei wegen Schneeräumens noch gute 10 Minuten geschlossen. Wir befinden uns unmittelbar im Short Final, an drei Seiten Fels und an einer Seite Schnee mit Nebel, der vom leichten Südwind wohl auch noch in die Bucht und zum Platz hin gedrückt wird.
Zwar kämen wir mit der Steigleistung der Cheyenne da leicht wieder raus, aber wenn der Schauer, der gerade einmal 2 NM weg vom Platz steht, ganz hereinzieht, ist an eine Landung in Svolvaer nicht mehr zu denken und der Trip für die Katz. Das nennt man ein "closing window of opportunity." Ich mache der Norwegerin am AFIS-Radio also klar, dass es mir egal ist ob auf der ca. 800 Meter langen Piste Schnee liegt oder nicht, ich aber zügig dort landen müsste "due to fog closing in from the south". "Roger" kommt zur Antwort und zwei Vollkreise später hat sich das Räumfahrzeug verzogen und wir können landen.
Ruhe daheim auf dem Sofa ansehen ...
Für das Hotel in Svolvaer hatte sich der Trip jedoch mehr als gelohnt. Das nur 5 Minuten vom Flugplatz entfernt gelegene Lofoten Suite-Hotel ist ein modernes und sehr geschmackvoll eingerichtetes Hotel, direkt am kleinen Hafen, von dessen Terrasse man nicht nur die Fischerboote im Hafen, sondern auch den Flugverkehr bequem beobachten kann. Wir haben sämtliche der großen und hellen Suiten für die Gruppe geblockt, es wird jedoch voraussichtlich nicht die gesamte Gruppe dort Platz finden, weshalb wir im nur 30 Meter entfernt gelegenen Thon-Hotel, welches ebenfalls schön und etwas günstiger ist, ein weiteres Zimmerkontingent reserviert haben.
Die Location auf den Lofoten hat uns so gut gefallen, dass wir den Reiseplan nochmals geändert und eine Nacht in Bergen gestrichen haben und dafür volle drei Nächte auf den Lofoten verbringen möchten. Dies ermöglicht es den Crews dann von dort aus auch längere Ausflüge mit Boot, Fahrrad oder Mietwagen zu unternehmen, das Inselinnere zu erkunden und vor allem bei taghellen Nächten auf 68° Nord einfach mal auszuspannen.
Die letzte Nacht des Flyouts verbringen wir dann in Oslo, wo wir mitten in der Stadt im Grand-Hotel absteigen. Abhängig vom Wetter kann auch hier entlang der Küste geflogen werden oder im Osten der Berge auf der schwedischen Seite. Auf eine Erkundung des unproblematischen kleinen GA-Platzes Kjeller/ENKJ haben wir jedoch verzichtet und sind von Svolvaer auf den Lofoten über 1.150 NM direkt nach Mainz/EDFZ zurückgeflogen.
Fazit
Wer sich unter Norwegen lediglich Trolle und Stabkirchen vorstellt, der wird auf dieser Reise eine Überraschung erleben. Mit Bergen und Trondheim besuchen wir zwei sehr spannende Städte mit viel Atmosphäre und wunderschöner Umgebung.
Umso deutlicher ist dann der Kontrast zu den Lofoten, jener Inselgruppe, die wie ein riesiges Walfischgerippe aus dem Atlantik ragt. Trotz der nördlichen Lage werden wir dort im Juli dank des Golfstroms milde Temperaturen und fast durchgehend Tageslicht erleben und die beiden ausgewählten Hotels in Svolvaer bieten die optimalen Voraussetzungen diese Atmosphäre zu genießen. Entsprechend werden wir auch den letzten Abend auf den Lofoten mit einem Dinner für die gesamte Gruppe feiern.
Der Rückweg führt uns dann noch über Oslo, wo die Freunde der Großstadt wieder auf Ihre Kosten kommen.
Die Hotels in Norwegen sind insgesamt etwas kleiner und einfacher als z.B. das für die Leserreise 2010 ausgewählte Turnberry in Schottland. Dafür sind die Kosten auch etwas moderater. Insbesondere Svolvaer auf den Lofoten verspricht zu einem Highlight zu werden! Das Team von Pilot und Flugzeug freut sich sehr auf eine Woche entspanntes Fliegen, interessante Städte und lange Abende am Polarkreis mit Blick auf die Weite des Nordatlantiks ...
Wer sich in Svolvaer auf den Lofoten statt dem Suite-Hotel für das Hotel Thon entscheidet, spart:
Das Hotel Thon lohnt sich also vor allem für Einzelzimmer-Buchungen, da das Suite-Hotel wegen der sehr großzügigen Zimmer für Einzelzimmer kaum günstiger ist als für Doppelzimmer.
In den Hotelkosten enthalten sind:
Gebucht ist jeweils ein Standard-Zimmer. Wer gerne ein größeres Zimmer oder eine Suite hätte kann uns das einfach auf dem Anmeldebogen mitteilen, wir versuchen das dann möglich zu machen. Nach unserer Einschätzung würde sich ein größeres Zimmer vor allem in Bergen und Oslo lohnen.
Und wie immer noch zwei wichtige Hinweise:
Zur Anmeldung schicken Sie uns einfach dieses PDF-Formular per Fax oder E-Mail. Sie erhalten dann von uns eine Abrechnung und Anmeldebestätigung. 25% Anzahlung werden bei Anmeldung fällig, die restlichen 75% am 17. Mai, was dann auch der Anmeldeschluss ist. Falls die Gruppengroße auf über 20 anwächst gilt "first come first serve" nach Datum des Zahlungseingangs.
Briefing am 12. Mai in Egelsbach
Am 12. Mai bieten wir in Egelsbach ein freiwilliges Vorbereitungsbriefing an. Dabei wird es vor allem um die fliegerischen Aspekte, mit Schwerpunkt VFR gehen. Wer noch nicht in Skandinavien geflogen ist, dem empfehlen wir die Teilnahme. Das Briefing beginnt um 11:00 Uhr im Konferenzraum des Schubecks direkt am Flugplatz, die Kosten für Raum, Getränke und Imbiss werden wir auf die Teilnehmer am Briefing umlegen, diese werden aber 65 Euro pro Person in keinem Fall überschreiten.
Wir würden uns sehr freuen auch in diesem Jahr wieder eine lustige und vor allem vielseitige Truppe für den Flyout begrüßen zu dürfen. Die Strecke ist auch mit kleinen Flugzeugen um 100 Knoten Reisegeschwindigkeit und VFR machbar und für größere und schnellere Maschinen sollten die gut ausgebauten IFR-Plätze von Bergen, Trondheim und Svolvaer sowieso kein Problem darstellen.
Die schönsten Bilder der Express-Vorbereitung finden Sie hier im Captains Log!
Reiseplan und Einzelstrecken (Großkreisentfernung, 125 KTAS):
![]() Längste Überwasserstrecke zwischen Aalborg und Kristiansand: 76 NM
![]() |
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