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3. Juni 2014 Jan Brill
Behörden: LBA zur Grundüberholung LBA-Serie - Teil 6 von 6: Fazit Geheime Audits? Der Umgang mit Kritik Mit der hier geäußerten teils harschen Kritik am LBA stehen wir nicht allein. Ein kürzlich abgeschlossener Audit der EASA beim LBA erbrachte über 100 Findings (Beanstandungen) zur Arbeit der Behörde. Nun gibt es keinen Audit ohne Findings (so ähnlich wie bei der Steuerprüfung) und Findings allein bzw. deren Zahl sind bei einem so komplexen Gebilde wie dem Luftfahrtbundesamt auch nicht sonderlich aussagekräftig. Aber das LBA kämpft mit Zähnen und Klauen gegen die sonst eigentlich EASA-übliche Veröffentlichung des Audits. Und das ist kein besonders gutes Zeichen. Findings der übergeordneten Behörde durch auf-Zeit-spielen zurückzuhalten zeigt einen wirklich bedauerlichen Umgang mit Kritik. Gerade wenn man mit den Ansichten und Befunden der EASA nicht einverstanden ist sollte man als öffentliche Behörde den Weg an die Öffentlichkeit suchen.
Fälle, die in ihrer Grundstruktur ähnlich den hier geschilderten sind, stapeln sich bei uns. Allein die Veröffentlichung dieser Serie hat eine Vielzahl von neuen und ähnlichen Fällen ins Postfach gespült. Die hier geschilderten Vorgänge sind alles andere als Einzelfälle. Nicht immer ist alles klar und lange nicht immer ist nur das LBA verantwortlich. Das Amt und die Branche sitzen bei der Umsetzung der oft eigentlich nicht umsetzbaren EASA-Regeln im selben Boot. Nur dass wir uns im Moment ankeifen, anstatt zu rudern.
Das LBA hat ein Personalproblem. Verantwortlich dafür sind nicht die Mitarbeiter, die bis auf wenige Ausnahmen ihr Möglichstes tun. Man kann aber nur eben von einer ETS-Expertin beim besten Willen nicht verlangen, dass sie in fünf Monaten das EASA-Lizenzwesen durchschaut.
Verantwortlich für das Personalproblem sind die politischen Entscheidungsträger ganz oben im Verkehrsministerium, die das LBA mit Überhängen aus anderen Behörden vollstopfen und kaum eine wirksame Fachaufsicht über die Behörde ausüben.Hier spielt das LBA gegenüber den meisten anderen europäischen Zivilluftfahrtbehörden mit einem ganz erheblichen Nachteil.
Wenn man sieht wie schnell UK CAA, BAZL oder AustroControl teilweise auf EASA-Regeln reagieren und diese in die Praxis umsetzen, dann ist der Unterschied nicht nur in der Anzahl der Mitarbeiter oder der Höhe des Budgets begründet, sondern zu einem nicht unerheblichen Teil auch in der Luftfahrt-spezifischen Qualifikation und Berufserfahrung der handelnden Personen.
Das ist nicht in zwei Monaten zu ändern – auch nicht für den neuen Verkehrsminister. Was sich sofort ändern muss, das sind zwei Dinge:
Das LBA ist auch in Zeiten der EASA eine wichtige und unverzichtbare Behörde. Die EASA gibt den Kurs vor, aber rudern müssen die nationalen Luftfahrtbehörden. Das ist politischer Wille in Europa.
Piloten und Betriebe wünschten sich das LBA nicht selten auf den Mond. Dass die Situation aber deutlich schlimmer wird, wenn das LBA aus den genannten Gründen allmählich seine Kernaufgaben nicht mehr wahrnehmen kann, das erleben wir zurzeit.
Lesen Sie in den weiteren Teilen unserer LBA-Serie:
Am 29 Mai, Teil 1: Kennzeichen D – Das Rad wird neu erfunden. Und der Bürger zahlt!
Die vollständige Serie finden Sie auch in der Juni-Ausgabe von Pilot und Flugzeug. |
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Beitrag vom Autor gelöscht
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