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5. November 2018 Jan Brill
Flugbetrieb: Unfallzahlen USA vs EASA Warum ist die Allgemeine Luftfahrt in den USA so viel sicherer als in Europa? Mit dem Ende des letzten Jahres veröffentlichten EASA Annual Safety Report und dem für 2015 erschienenen Joseph. T. Nall Report des AOPA Air Safety Instituts ist nach unserer Ansicht erstmals ein aussagekräftiger Vergleich zwischen der Sicherheitsbilanz der Europäischen und US-Amerikanischen General Aviation möglich. Dieser weist für 2015 in Europa eine Unfallrate im privaten Flugbetrieb mit Flächenflugzeugen (NCO) von zwölf Unfällen auf 100.000 Stunden aus. Die Rate der tödlichen Unfälle liegt bei 1,8 pro 100.000 Stunden. Unser überreguliertes System erzeugt also pro Flugstunde rund zweimal so viele Unfälle wie das System der FAA und tötet 1,6-mal so viele Menschen. Anlässlich der EASA Safety Conference in Wien am Dienstag und Mittwoch möchten wir unsere Leser einladen mit uns über die Ursachen zu diskutieren und Faktoren zusammenzutragen die zu diesem Bild beitragen. Es ist erfreulich, dass die EASA mit dem Safety-Review endlich eine Datenbasis zur Verfügung stellt, die einen halbwegs aussagekräftigen Vergleich erlaubt. Das Ergebnis dieses Vergleichs ist allerdings ernüchternd. Unterschiede USA / EASA Und der Trend in Europa ist ein langfristiger. Seit 2007 stagnieren die Zahlen. Seit 2014 gibt der Report eine Rate an und die ist zumindest bei den tödlichen Unfällen leider eine Gerade. Man kann also die im Vergleich zu den USA hohen Unfallraten nicht allein bei der EASA abladen. Der Zustand bestand schon lange vorher. Zumindest seit JAR fliegen wir in Europa deutlich gefährlicher als in den USA.
Man kann jetzt die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und sagen: Das werden wir nie ändern. Ohne gleich 10.000 Anflugverfahren zu veröffentlichen und die ATC umzukrempeln können wir aber endlich zu einem praktikablen Regelwerk in der GA finden. Ich habe gerade vor zwei Wochen nicht weniger als 28 Seiten Papier an eine Luftfahrtbehörde geschickt, weil das Type-Rating eines Cheyenne-Piloten 13 Tage abgelaufen war. Die USA machen das mit einem ewig gültigen Classrating (MEL) für alle Twins und kommen trotzdem nur auf drei tödliche Unfälle für alle Twin-Turboprops im gesamten Jahr!
Welche Faktoren erklären aus Ihrer Sicht die massiv höheren Unfallzahlen unter der EASA-Regulation? |
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Auf die Schnelle ein Ansatz zur Beantwortung der Frage in der Artikelüberschrift: | ||||||
Mögliche Ursachen: -Übungsstand Hilfreich wäre eine Subgruppenanalyse in Europa und in den USA, beispielsweise Einschränkung auf Unfälle im pazifischen Nordwesten, Normierung auf gleiche Erfahrung, VFR only, Klassifizierung der Pistenlänge. Dann könnte man auch die Unfallgruppen einzeln vergleichen (Wetter, Öffnungszeiten/Nacht/..., Stall/Endanflugskurve). Schließlich wäre eine Analyse der Entwicklung in den USA über die Zeit interessant: welche Maßnahmen der FAA/Änderungen der Ausbildung korrelieren zeitlich mit welcher Änderung der Zahlen usw. | ||||||
In einem so komplexen System wird man keine einzelnen Faktoren identifizieren können: Am Ende würde bezüglich Regulatorik höchstens ein "ganz oder gar nicht" Ansatz der Übernahme der US-Regularien erfolgversprechend sein - das können wir aber aus vielen Gründen nicht wollen! Interessant in diesem Zusammenhang finde ich auch, dass bis vor ein paar Jahren imer die vergleichsweise höheren Kosten in Europa als einer der wesentlichen Gründe genannt wurde (wegen weniger Fliegen -> geringere Erfahrung der Piloten). Seit sich die sehr günstige UL-Fliegerei weit verbreitet, sich diese aber nicht wriklich als sicherer herausgestellt hat, werden solche Stimmen leiser. | ||||||
Florian, guter Einwand mit der UL. Meine Vermutung wäre: UL verunglücken wegen lebensferner Ausstattung (zu geringe Zuladung) und daraus resultierender Versuchung, die Betriebsgrenzen (MTOW) zu überschreiten. Der Rest (also GA ohne UL) verunglückt wegen der anderen Faktoren (inklusive dem Kostenargument), die durch die UL halt nicht abgeschafft wurden. Mein eigener Fall ist sicher ein gutes Beispiel: ich fliege gern aber wenig (50h p.a.) vor allem (!) aus Kostengründen. In den USA würde ich sicher doppelt so viel fliegen und mir möglicherweise ein eigenes Flugzeug leisten können. Durch die andersartige Clubstruktur dort (Club "vermakelt" Flugzeuge von Wenigfliegern an Piloten, die kein eigenes Flugzeug haben, vs. hierzulande Club als "Sportverein" und Eigentümer der Flugzeuge) wäre dort auch eine Kostenreduktion durch Vercharterung an Dritte sehr unkompliziert möglich. All das führt aber noch nicht dazu, dass ich mich in ein UL setze. Und (haha), ich dürfte es ja nicht einmal, denn der PPL(A) gilt meines Wissens nicht im UL. | ||||||
Überladung als wesentliche Unfallursache stimmt bei UL schlicht nicht. Die Strukturversagen vor ca 10 Jahren (Fascination, Smaragd, ...) waren auf Fabrikationsfehler, fehlende Qualitätssicherung und insuffiziente adminstrative Kontrollen zurückzuführen. Du kannst hier in Deutschland für 70€ bis gut 80€ naß Flieger chartern. Auch wenn es unsympathisch klingt: das Geld ist nicht unbedingt ein triftiger Grund. Dazu gab es hier vor wenigen Wochen einen Thread.
"All das führt aber noch nicht dazu, dass ich mich in ein UL setze. Und (haha), ich dürfte es ja nicht einmal, denn der PPL(A) gilt meines Wissens nicht im UL." | ||||||
Die Trennung in die beiden "Welten" Echo vs UL ist leider sehr unglücklich. Ich fliege beides und habe schon das Gefühl, daß die Ausbildung für PPL überwiegend gründlicher und solider ist, dass auf der anderen Seite viele ULs anspruchsvoller zu fliegen sind. Tendentiell sind Echo-Maschinen robuster, aber relativ schwächer motorisiert (PS pro kg MTOW). Rein hypothetisch: Wäre UL-Fliegen sicherer, wenn das gleiche Ausbildungsregelwerk wie beim PPL genutzt würde? Wäre ECHO-Fliegen sicherer, wenn der gleiche Kostenrahmen wie bei ULs gegeben wäre? Bei fast allen Plätzen, die ich anfliege, ist es völlig wurscht, ob ich in einer C150 oder in einer C42 sitze ... | ||||||
Ich würde dazu erst mal gern präzisere Zahlen sehen - aufgeschlüsselt nach:
Kann es sein, dass der sehr viel höhere Anteil an privaten TPs und Jets die Statistik verfälscht? Deren Piloten sind natürlich auf einem ganz anderen Level ausgebildet, recurrent training etc. ... Keiner der oben genannten Gründe erscheint mir intuitiv ausreichend für diesen gravierenden Unterschied für SEP und MEP. Auch in USA haben viele Privatpiloten keine optimale Ausbildung erhalten. Der Unterschied, der mir bei Besuchen in den USA am meisten auffällt ist die sehr viel höhere Qualität des Funkverkehrs. Auch die höhere Eigenverantwortung scheint mir plausibel. Andererseits sind US-Privatpiloten was reines "Stick and Rudder"-Fliegen betrifft mindestens so häufig wie in Europa Dilettanten, jedenfalls wenn ich von meinen Erlebnisse dort ausgehe. Es gibt dort sehr viel mehr echte Spezialisten - aber auch eine sehr viel größere Anzahl unerfahrener Freizeitpiloten. | ||||||
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wegen "eh' ich mich in ein UL setze" | ||||||
"Der Unterschied, der mir bei Besuchen in den USA am meisten auffällt ist die sehr viel höhere Qualität des Funkverkehrs. " Schon in den Niederlande, in Frankreich und in England fällt mir das auf. Unfallrate ist aber ähnlich, oder? | ||||||
Alexander, das hat nichts mit Scheuklappen zu tun. ULs sind mir schlicht statistisch zu riskant. Und die Mentalität _mancher_ UL-Flieger in Hinblick auf Überladung konnte ich auch am Heimatplatz schon beobachten. Ist einfach nicht "my cup of tea". Abgesehen davon: ich mag IFR-Reiseflug mit der Familie. Dafür ist ein UL schon wegen der Beschränkung auf zwei Plätze nicht geeignet. Auch wieder so eine lebensfremde Regulierung... | ||||||
Einige der Punkte sind ja sehr interessant und könnten sogar relativ einfach im Hinblick auf ihre Sicherheitsauswirkungen überprüft werden: Hierzulande: BAF-Arbeitsfokus auf dem Verteilen von Bußgeldern | ||||||
Etwas off-topic, aber ich will mal die (vielleicht provokante) These bringen, dass "gute Stick-and-Rudder-Fähigkeiten" bei den typischen GA-Fliegern nicht überlebenswichtig sind. Ungefähr so, wie ich ja auch keinen Schleuderkurs brauche, um in meiner Familienkutsche auf der Autobahn zu überleben. Denn es ist ja gerade der Vorzug der einfachen "Trainer"-Flugzeuge (C152-182, PA28, ...), dass man, um auf üblichen Pisten zu landen, einfach nur "by the book" fliegen muss. Es muss niemand Kunstflug oder Mountain Flying auf extrem kurzen Strips etc machen. Ich meine daher: Reiseflug ist keine Kunst, man braucht nicht das "gewisse Etwas", um Pilot zu sein. Auch wenn der Ball mal nicht in der Mitte ist, fällt die Kiste nicht vom Himmel. Klar, schön ist das dann nicht. Aber eben auch nicht gefährlich. Ende off-topic. | ||||||
Das stimmt schon grundsätzlich. Auch UL Unfälle konzentrieren sich auf zwei große Gruppen, Wetter (VFR in IMC) und loss of Control. Beides nicht direkt im Zusammenhang mit dem Flugzeug - aber auffallend sind schon viele loss of control Unfälle nach Motorausfällen - und ja, die fallen bei den UL häufiger aus, vor allem bei den Zweitaktern. Wenn AvC von Stick & Rudder Skills schreibt, dann geht es dabei nicht um Kunstflug. Sondern um grundsätzliche Skills, wie schiebefrei zu fliegen, bei Seitenwind auf einem Rad zuerst aufzusetzen, Speed und Höhe kontrollieren zu können. Das alles können in Kombination nicht alle fertigen Piloten, vielleicht nicht einmal die Mehrzahl. In Sondersituationen macht das dann einen Unterschied. | ||||||
@Chris die These halte ich nicht für provokant, aber für sinnlos. Klar "kann" man das Fliegen auch überleben wenn man es nur rudimentär beherrscht. Aber je mehr man kann, umso sicherer fliegt man auch. In einem anderen Thread hat mir jemand widersprochen und behauptet, dass zusätzliche Ausbildungen und Fortbildungen Piloten nicht sicherer machen. Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Ich bin der Meinung, dass jedes Training und jede Zusatzqualifikation Piloten routinierter und sicherer macht. Klar, MEP nützt Dir wenig wenn Dir im UL der Quirl stehen bleibt ...aber das Kunstflugtraining etwa halte ich für eine sehr gute Sicherheitsmaßnahme – vor allem wenn man sieht, wie viel Angst viele unerfahrene Piloten vor jeder ungewöhnlichen Fluglage haben. Wenn ich schon beim Trainings-Stall Angst habe – wie groß ist meine Chance, das Trudeln auszuleiten? Ich kann nur für mich sprechen: nach einer Woche Kunstflugkurs war ich ein deutlich besserer und selbstbewußterer Pilot. In diesem Sinne halte ich auch das "Schleudertraining" für Autofahrer für absolut sinnvoll. Dabei lernt man wie man richtig eine Vollbremsung macht und dann ausweicht. ICH halte das für eine Kompetenz, die jedem Autofahrer gut täte. | ||||||
Am Ende würde bezüglich Regulatorik höchstens ein "ganz oder gar nicht" Ansatz der Übernahme der US-Regularien erfolgversprechend sein - das können wir aber aus vielen Gründen nicht wollen!
Von dem sensationellen Gesichtsverlust einmal abgesehen – was spräche rein fachlich dagegen im FCL-Segment die US-Regeln 1:1 zu übernehmen? viele Grüße | ||||||
Ich finde die Frage nicht provokant, sondern wir sollten uns ganz neutral mit solchen Themen beschäftigen. Ich sehe einige Hürden, für die Übernahme der FAA-Regeln in Europa, z.B.:
In Summe lägen wahrscheinlich viele der Probleme nicht an den FAA-Regeln an sich, sondern an der Umstellung auf FAA-Regeln.
edit: "nach Part 141" zur Klarstellung auf Grund eines freundlichen Hinweis eingefügt | ||||||
... danke für den interessanten Beitrag. Hier einige meiner Überlegungen dazu:
1) Das Gerät. Wir fliegen mit den selben Kisten, größtenteils auch gleich gewartet auf Basis der Hersteller MM, letzteres wäre aber auch nachrangig da Technik-Versagen nicht der entscheidende Faktor ist. 2) Topographie und Wetter: Beide Regionen haben in etwa den gleichen Mix aus leichteren und meteorologisch anspruchsvolleren Bedingungen. 3) Grundlegende kulturelle Prägung: Beide Regionen sind westlich geprägt, mit ähnlichen Vorstellungen von Risiko und Risikovermeidung und individueller Verantwortung.
Fragen Sie einen x-beliebigen US PPL-IR Piloten wann er einen Alternate braucht und welche Minima dieser aufweisen muss und sie haben gute Chancen auf eine richtige oder weitgehend richtige Antwort. Das ist bei uns nicht der Fall, weil die Regeln zu komplex sind. Und solche Beispiele gibt es reichlich. Die Frage ist: Tragen Regeln überhaupt zur Sicherheit bei? Ich denke wir arbeiten alle mit der Hypothese, dass das zumindest grundsätzlich so ist. Dann sind wenige Regeln die bekannt sind und befolgt werden besser als viele die keiner mehr überschauen kann. Bei der Ausbildung ist mein Eindruck dass eines unserer Haupt-Defizite in der mangelnden Standardisierung liegt. Egal ob Sie in Anchorage oder Texas den PPL machen, Platzrunden werden immer gleich geflogen, der IR-Scan immer gleich gelehrt und der Checkride/BFR läuft nach den immer gleichen PTS ab. Auch das ist bei uns nicht der Fall. Meine Ansicht zu den Unterschieden im ATC-Umfeld und den möglichen Auswirkungen auf die Sicherheit würde den Rahmen hier sprengen, damit werden wir uns in einem der nächsten Hefte beschäftigen. viele Grüße, | ||||||
Kann es sein, daß sich in den Unfallzahlen auch die Einstellung zur Fliegerei ausdrückt? In den USA ist Fliegen etwas rundum positives, Piloten werden eher beneidet, aber das Flugzeug wird ihnen nicht geneidet, sondern gegönnt. Behörden sind zwar extrem autoritär, sehen sich aber als Ermöglicher, nicht als Bollwerk gegen die Anarchie. Hier gilt die Fliegerei ein asoziales Hobby weniger auf Kosten vieler, ein Spielzeug für die Gutbetuchten. Die GA stört nur die rosige Zukunft aller durch den internationalen Luftverkehr. Die Behörden müssen dieses lästige Feld eben noch mitregulieren, deswegen tut dort die Negativauslese der Behörden unlustig ihren Dienst - mit allen Folgen für die erbrachte Leistung. Die Flugschulen sind eine Ansammlung subdepressiver prekär Beschäftigter, die irgendwie das nötigste vermitteln. Und die Piloten ... pfuschen sich halt ihren Scheinerhalt zusammen. Eine Spirale nach Unten. Sicherlich Vulgärpsychologie, aber in Ermangelung plausibler Analysen mal eine Hypothese. | ||||||
Ich würde gerade im Hinblick auf Deine Beobachtungen zur Standardisierung noch einen 4. wesentlichen Unterschied hinzu fügen: Die „Industrie“struktur der Ausbildung. Der archetypische deutsche Fluglehrer ist 65-85 Jahre und hat seine eigene Asubildung vor 50 Jahren gemacht. Der archetypische US-Fluglehrer ist zwischen 20 und 25, hat seine eigene Ausbildung gerade abgeschlossen und ist am Stundensammeln für den ATPL. Natürlich gibt es hier wie dort viele Ausnahmen in denen es anders läuft - aber in der Tendenz ist die Ausbildungsstruktur unabhängig von den zu vermittelnden Regeln schon eine andere. | ||||||
"Die Frage ist: Tragen Regeln überhaupt zur Sicherheit bei? Ich denke wir arbeiten alle mit der Hypothese, dass das zumindest grundsätzlich so ist. Dann sind wenige Regeln die bekannt sind und befolgt werden besser als viele die keiner mehr überschauen kann." Das ist m.M.n. einer der, wenn nicht sogar DER Knackpunkt. Als ob die völlige Überregulierung nicht reicht, werden die Regeln dann auch noch von Behörde zu Behörde unterschiedlich ausgelegt. Und Beispielsweise eine so "unwichtige" Veranstaltung wie SERA nicht Kontinentweit einheitlich genutzt. DAS ist auch ein Riesenunterscheid zu den USA - riesiges Land aber gleiche Regeln.
Wo sich auch ein großer Unterscheid ausmachen lässt, ist das die FAA Vertreter in USA echte Konsequenzen spüren, wenn Sie sich wie Tyrannen verhalten und ohne gute Gründe irgendwelchen Irrsinn wollen. Bei uns läuft das ja anders, wie man am Beispiel dieser völlig Irren NfL zur IFR Nutzung EDFM sieht. Oder der SERA NfL. Oder manchen Auslegungen des LBA. undundund. Das die DFS gleichzeitig um den Betrieb von Towern konkurriert und dann vom BA für Flugsicherung noch immer als Gutachter und schon fast Behörde angesehen wird, nutzt speziell der GA auch nicht. Hier wiehert der Amtschimmel ungehemmt und ungestraft. Verfahren werden Gummiartig in die Länge gezogen uswusw.
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Die Landegebühren sind weiter oben schon kurz angesprochen worden, die halte ich zusammen mit der quasi permanenten Verfügbarkeit der Landebahnen in den USA für einen sehr wichtigen Faktor. Ich habe dieses Jahr fast sechzig Landungen drüben gemacht und keinen Cent gezahlt, und das inklusive vieler IFR-Anflüge und Nachtlandungen, teils an Flugplätzen mit einer Anzahl an Flugbewegungen, die hierzulande nur von Frankfurt übertroffen werden. Mit den eingesparten Lande-, PPR- und An/Abfluggebühren kann man den Flieger bezahlen! Eine Platzrunde ist drüben meist auch noch zwei, drei Minuten kürzer als bei mir zuhause. Es sind aber nicht nur die Kosten: Im Sommer abends mal eben ein paar Platzrunden nach der Arbeit fliegen....drüben kein Problem, auch im Dunkeln, hier wegen Flugleiterpflicht und teils sehr begrenzten Öffnungszeiten mitunter sehr schwierig. Im europäischen Ausland, z.B. Frankreich, mag das anders aussehen. Practice-Approaches? Kein Problem, ruf VFR rein, ohne Flugplan, und Dir wird geholfen. Und das wohlgemerkt in SoCal, also nicht irgendwo im Nirvana. Bei uns muss man mehrmals telefonieren, der richtige Slot (am Flugplatz) muss noch frei sein, die CFMU darf Dir dabei keinen Strich durch die Rechnung machen, die Lärmpausen müssen berücksichtigt werden etc. Da macht man dann auch schnell mal nur noch das absolute Minimum. Der Anteil an IFR-Piloten ist in den USA VIEL höher als in Europa. Diese Piloten fliegen natürlich auch VFR, tragen aber ziemlich sicher eher selten zur Statistik "Kontrollverlust wegen VFR in IMC" bei. Alleine die 3h IMC während der US-PPL-Ausbildung waren schon eine ganz andere Nummer als hier. Die ATC-Regeln sind auch ein Faktor, der die Fliegerei drüben in meinen Augen sicherer macht, auch wenn die Hauptursachen der meisten Unfälle woanders liegen. In den USA wird die Kontaktaufnahme mit ATC in stark frequentierten Lufträumen gerne gesehen und gefördert, bei uns findet man oft nicht mal die richtige Frequenz auf der Karte. Auch der automatisch genehmigte Einflug in Luftraum D und C nach erfolgreicher Kontaktaufnahme entspannt manche Situationen deutlich. Vielleicht haben auch die verschiedenen Typen-Clubs ihren Anteil? Die sind drüben deutlich aktiver als in Europa, und dabei lernt man natürlich viel. Ich war neulich auf einem Piper Cub-Treffen, allerdings war dies als Fly-out geplant, nicht nur als Fly-in. Man hat sich an einem kleinen Platz getroffen (eigentlich war es die gut gepflegte Wiese eines Piloten, wo gibt es denn sowas?), und dann Ausflüge und Landewettbewerbe gemacht. Da kamen an einem längeren Wochenende mit viel Spaß für jeden soviele Stunden und Landungen zusammen, wie sie viele hier im Jahr nicht schaffen. Damit ist der Trainingsstand natürlich ein ganz anderer. | ||||||
Das ist m.M.n. einer der, wenn nicht sogar DER Knackpunkt. Als ob die völlige Überregulierung nicht reicht, werden die Regeln dann auch noch von Behörde zu Behörde unterschiedlich ausgelegt. Und Beispielsweise eine so "unwichtige" Veranstaltung wie SERA nicht Kontinentweit einheitlich genutzt. DAS ist auch ein Riesenunterscheid zu den USA - riesiges Land aber gleiche Regeln Das kann man kritisieren - aber ob es wirklich ein Sicherheitsproblem ist muss man auch kritisch hinterfragen: Mein Eindruck aus den Unfallberichten ist, dass der absolut überwiegende Teil der Unfälle von lokalen (im Sinne des Landes) Piloten gemacht wird. Grenzüberschreitende Flüge oder Piloten aus anderen Ländern spielen bei den Unfällen nur eine sehr geringe Rolle. Für lokale Piloten ist aber nur die nationale Behörde ausschlaggebend und "Verwirrung" weil vielleicht die zypriotische CAA eine SERA-Regel anders auslegt kann es nicht geben. Vielleicht ist aber das auch noch ein Unterschied: Während amerikanische Piloten die Regeln akzeptieren und sich einfach daran halten, diskutieren europäische Piloten (und Fluglehrer) mit Vorliebe auf Grund vermuteter Unterschieden in den verschiedenen Sprachversionen der SERA was denn eigentlich gelten sollte und warum die nationale Behörde ja mal auf jeden Fall falsch liegt. Wie Jan es auch schon gesagt hat: (Fehlende) Standardisierung in Ausbildung und Flugdurchführung ist einer der wesentlichen Unterschiede. Wenn wir einfach konsistent das Schulen würden, was das LBA vorgibt und nicht darüber philosophieren, warum in UK das anders gemacht wird, dann wär schon viel geholfen - und zwar nicht, weil das LBA immer tolle Entscheidungen trifft, sondern weil Konsistenz mehr zur Sicherheit beiträgt, als Recht zu haben... | ||||||
"Wenn wir einfach konsistent das Schulen würden, was das LBA vorgibt und nicht darüber philosophieren, warum in UK das anders gemacht wird, dann wär schon viel geholfen - und zwar nicht, weil das LBA immer tolle Entscheidungen trifft, sondern weil Konsistenz mehr zur Sicherheit beiträgt, als Recht zu haben..." Als ich den ATPL gemacht habe, war das nach den alten Regeln beim LBA. Da gabs ne Frage in Treibwerkskunde, ob es wohl gemischte Verdichterarten in Trubinentriebwerken gäbe, also Axial und Radial in einem Triebwerk. Ich hatte zu dem Zeitpunkt rund 2000 Stunden auf PT6 Flugzeugen, einem Triebwerk mit beiden Verdichterarten und m.W.n. das meistgebaute der Welt. Das LBA wollte aber das es das nicht gibt. Frage: baue ich als solcherart geprüfter Pilot eine Art des Verdichters aus, oder bediene ich das Triebwerk als hätte es nur entweder Radial oder Axialverdichter oder aber ignoriere ich die Meinung des LBA und fliege/bediene wie es die REALITÄT gebietet ? Was die Schulung betrifft, ich bin genau nach den Richtlinien ausgebildet worden, sei es der PPL, der CPL, das IFR oder ATPL und LongRange. Philosofiert hat da auch keiner. Warum ich aber Fragen zu Omega-Navigationsgeräten beantworten musste in einer ATPL Prüfung als die Sender fürs Omega schon abgeschaltet waren, hat sich mir nie erschlossen. Oder kurz gesagt/gefragt: macht es nicht mehr Sinn Lehrinhalte nach der Realität zu gestalten oder nach einer von in - zumindest einigen Fällen - unterkompeteten Behörde gestalteten Rahmenbedingungen zu verharren ? Was die Unterschiede FAA/EASA betrifft, so tritt da m.M.n. auch sicher ein Kulturunterscheid zu Tage - nach meiner Wahrnehmung verlassen sich Amerikaner sehr weit weniger auf "den Staat" - man könnte das auch Freiheit nennen. Wer mehr Freiheit hat und dabei mehr Verantwortung übernimmt, übernehmen muss, wird das sicher auch in der Fliegerei tun. Bei uns brauchts für allen Mumpitz nen Schein und wenn "man" den dann hat, glaubt man "es" zu können. Daz kommt ja auch, das Rettung bei uns immer innerhalb kurzer Zeit da ist, in den USA sieht das manchmal doch sehr viel anders aus. Das hat sicher Einfluss aufs Mindset. Insofern würde ich Jan Brills: "3) Grundlegende kulturelle Prägung: Beide Regionen sind westlich geprägt, mit ähnlichen Vorstellungen von Risiko und Risikovermeidung und individueller Verantwortung." als nicht richtig ansehen. | ||||||
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