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6. Juni 2023 Jan Brill
Flugbetrieb: Die allerletzte Generation Maßlose Dummheit – Letzte Generation in Berlin und Sylt Straftäter verschaffen sich Zugang zum Vorfeld des Berliner Verkehrsflughafens (EDDB) und beschädigen eine dort abgestellte Piper Aztec (Bj. 1975). Mit der schweren Sachbeschädigung des knapp 50 Jahre alten Propeller-Oldtimers wollen die in der Gruppe „Letzte Generation“ organisierten Personen den „exzessiven Luxus der Superreichen“ bekämpfen. Die Aktion zeigt: Es gibt einen Punkt, an dem maßlose Dummheit auch gefährlich wird. Aus gegebenem Anlass – die Straftäter schlugen heute in Sylt erneut zu, ein Update dazu finden Sie am Ende des Artikels – stellen wir unser Editorial der Juni-Ausgabe hier online. Mit Fahrrädern und Farbe-gefüllten Feuerlöschern dringt am 5. Mai 2023 eine Gruppe von mindestens zwei Straftätern auf das Gelände des General Aviation Terminals (GAT) des Flughafens Berlin ein. Auf dem Vorfeld stehen einige wenige GA-Flugzeuge, darunter Jets, eine PC-12 und eine Aztec. Die Eindringlinge beginnen damit, die uralte Aztec mit oranger Farbe zu besprühen und damit fluguntauglich zu machen. Von mehreren Mitarbeitern des Flughafens werden sie, nachdem die linke Seite des Rumpfes mindestens zur Hälfte beschmiert ist, dann an der Fortsetzung der Aktion gehindert. Das zeigt das Video, das die Straftäter kurz danach auf der Twitter-Präsenz der „Letzten Generation“ veröffentlichen. Sie textieren die Sequenz mit dem Absatz: +++ Warnfarbe auf Privatjet +++ Komfort für manche, Todesurteil für andere – wir haben am Flughafen BER einen äußerst gefährlichen Gegenstand markiert. Der exzessive Luxus der Superreichen geht auf Kosten der Mehrheit und wir sollten das keinen Tag länger hinnehmen.
Ganz, ganz großes Facepalm-Emoji
Menschen, die auch nur minimale Grundkenntnisse zum Thema Luftfahrt haben, sind hin- und hergerissen. Um mal in der Sprache der Altersgruppe der Täter zu bleiben: Auf der einen Seite steht ein gigantisches Facepalm-Emoji aufgrund des AF verbuggten Cringe-Faktor Dumfalls, der sich einstellt, wenn ein paar Noobs eine Aztec für einen „Privatjet Superreicher“ halten. Auf der anderen Seite steht gerechtfertigte Empörung über eine Straftat, die so ziemlich jeden Flugzeughalter und Piloten in Deutschland hätte treffen und massiv schädigen können. Denn wenn eine 1975er Aztec (!) ins Beuteschema der Klima-Kommunisten fällt, dann kann man sich auch durch ein noch so zurückhaltend gewähltes Erscheinungsbild nicht aus der Affäre ziehen. Die maßlose Dummheit der Aktion (Aztec = Privatjet), die selbst beim Autor zu einer gewissen Verniedlichung führt, darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, was hier passiert ist: Bislang war dieser Paragraf vor allem zwei Tätergruppen vorbehalten: Nämlich echten Terroristen, die Menschen töten wollten, und (viel gefährlicher noch!) einfachen Piloten, die aufgrund eines Navigationsfehlers versehentlich in ein ED-R eingeflogen waren. Man darf jetzt sehr gespannt sein, wie die Berliner Justiz die Taten der „Letzten Generation“ einstuft und bewertet. Und damit nicht nur die der beiden Noobs, die – selbstzufrieden und in ihrer Dummheit glücklich – vor dem schwer beschädigten Luftfahrzeug posieren, sondern auch die Rolle der Organisation, die für Straftaten nach § 315 StGB offenbar Unterstützung und eine publizistische Plattform bereitstellt. Wenn die Täter, nachdem sie sich von ihren Gesinnungsgenossen haben feiern lassen, einen kurzen Moment der Reflexion erleben, dämmert ihnen möglicherweise, in welches juristische Territorium sie sich hier begeben haben. Denn, wer eine Straftat nach § 315 StGB begeht und „[...] dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren bestraft.“ Streichen wir also mal kurz das ganze marxistisch verbrämte Klima-Gedöns aus den Rechtfertigungen der Straftäter und stellen uns vor, das Ganze wäre von islamisch motivierten Tätern begangen worden oder (Gott behüte!) gar von Cordhosen-bewehrten Reichsbürgern. Die Vorstellung, hier in einem solchen Fall am unteren Ende des Strafmaßes davonzukommen, ist einigermaßen abwegig. Ohne Freiheitsstrafe kommt man beim § 315 überhaupt nur davon, wenn man fahrlässig gehandelt hat, was hier ausgeschlossen werden kann. Hochinteressant dürfte auch sein, wie die Versicherung den Fall bewertet. Denn Schäden durch Terrorismus sind in vielen Policen ausgeschlossen. Gibt es eigentlich einen nennenswerten Unterschied zu einer terroristischen Aktion, wie wir sie bislang kannten? Außer dass diese Tat (noch) nicht direkt auf Personenschäden gezielt hat?
In einer normalen Welt, wie wir sie bisher kannten, müssten für den Rechts- und Sozialfrieden drei Dinge passieren: 1) Die Täter Wenn die Täter dann verstanden haben, dass die dänische Haltergemeinschaft, die die OY-RPO liebevoll seit Jahren als Oldtimer pflegt, aus ganz normalen berufstätigen Menschen (größtenteils Ärzten!) besteht, die viel von ihrem sauer verdienten Geld und ihrer Freizeit in die propellergetriebene Aztec stecken, und dass deren fliegerische Aktivitäten so viel mit „Superreichtum“ zu tun haben wie die kruden Forderungen der „Letzten Generation“ mit praktikablen ökonomisch-technologischen Lösungsansätzen, dann könnten sich die Täter an die dänischen Piloten wenden und ihnen sagen: „Es tut uns furchtbar leid. Das war dumm. Wir haben Euer schönes Flugzeug kaputt gemacht, weil wir es in unserer totalen Unkenntnis für etwas gehalten haben, was es absolut nicht ist. Generell haben wir jetzt verstanden, dass Sachbeschädigung kein Mittel der politischen Auseinandersetzung sein kann. Wir haben Euch Kummer und Frust bereitet und Euch geschädigt. Das wollen wir wieder gutmachen helfen. Wir [unsere Organisation] zahlt selbstverständlich die Instandsetzung in der Werft und wir werden persönlich dabei mithelfen. Wir hoffen, dass Ihr unsere Bitte um Entschuldigung annehmen könnt.“ Nachdem die Täter und deren Anstifter dann mehrere Tage unter Anleitung und Aufsicht eines 145er-Betriebs Farbe von der Aztec entfernt haben, können wir zu Punkt zwei kommen. 2) Die Justiz Nicht ganz so nachsichtig sollte die Justiz mit den Organisatoren der Aktion sein. Die „Letzte Generation“, die offenbar zu Straftaten animiert, muss also als kriminelle Vereinigung eingestuft werden, die verantwortlichen Personen – genau wie bei extremistischen Gruppierungen anderer Ausrichtung – belangt werden. Und das gilt natürlich auch für finanzielle Unterstützer der Gruppe. 3) Der Flughafen Ausgerechnet diese Gruppe wird an jedem Flughafen buchstäblich bis auf die Knochen durchleuchtet und kontrolliert. Mit fremden Fingern im Hosenbund und kompletter Offenlegung sämtlicher Privatgegenstände im Gepäck. Hinzu kommen irrwitzige Verhaltensregeln, die nur noch als Beleidigungen der Intelligenz angesehen werden können (man darf noch keine 50 m alleine zum Klo gehen auf dem Vorfeld). Der Berliner Flughafen ist dabei unter Besatzungen für seine besondere Strenge und – mundartbedingt – geradezu folkloristische Unfreundlichkeit international berühmt. Dass man als Pilot so etwas über sich ergehen lassen muss, während auf der anderen Seite Straftäter auf das Vorfeld eindringen und Flugzeuge schwer beschädigen, sorgt sicher nicht nur beim Autor für eine gewisse kognitive Dissonanz (um es mal vorsichtig auszudrücken). „Sorry. Das hätte bei uns nicht passieren dürfen. Bei all dem Security-Gedöns, das wir selbst für Besatzungen veranstalten – von begleiteten Toilettengängen bis zur Hosenbundkontrolle –, haben wir unsere wichtigste Pflicht aus den Augen verloren: Eure Flugzeuge zu sichern und vor Schaden zu bewahren.“ Natürlich kann man einen Flughafen nicht wie das Weiße Haus sichern, und gegen gewaltsame Eindringlinge wird man sich nie vollständig schützen können. Aber wenn man einsieht, dass Sicherheit nie vollkommen ist, wird man vielleicht auch als Besatzung an der Kontrolle nicht nur als Gefährder angesehen und stattdessen wieder etwas menschlicher behandelt.
Vermutlich wird nichts von all dem passieren. Vermutlich werden sich diese Straftäter genau wie die Extremisten vorangegangener politischer und religiöser Ideen immer weiter in ihre Gedankenwelt hineinsteigern und die sogenannten Aktionen immer weiter zuspitzen und verschärfen, bis es auch direkt (nicht nur indirekt) zu Personenschäden und Toten kommt. Ich persönlich bin nicht besonders Klima-besorgt (ich halte das Thema für ein reales Problem von vielen und keinesfalls für das dringlichste), aber wenn mich das Klima wirklich plagen würde, dann wäre ich als Erstes auf diese dummen Straftäter wütend, die mein Anliegen so in Misskredit bringen. Die Straftäter der „Letzten Generation“ (LG) zeigen, dass sie von den Dingen, die sie bekämpfen, nicht die blasseste Ahnung haben. Selbst die sonst notorisch LG-freundliche Presse kommt bei der Berichterstattung zum Thema nicht umhin, auf ein gewisses Missverhältnis zwischen Anspruch (Privatjet, Superreiche) und Wirklichkeit (Oldtimer-Propellerflugzeug, normale Berufstätige) hinzuweisen.
Inzwischen ist die Aztec nur noch selten im gewerblichen Einsatz, ihre Aufgaben nehmen heutzutage meistens einmotorige Turboprops wie z.B. die Caravan oder Kodiak wahr. Sehr vereinzelt werden Aztecs noch von Enthusiasten betrieben. Für sachkundige Menschen ist das dann etwa so, wie wenn man einen alten Bully auf der Straße sieht – schöne, aber überholte Technik, die viel zum Aufbau unseres Wohlstands beigetragen hat. Bei der Frage, wie umweltfreundlich ein Flug von Dänemark nach Berlin mit einem solchen Flugzeug ist, kommt es stark auf die Betrachtungsweise an. Wendet man sich von der engen Energie- und CO2-Betrachtung ab und bezieht Faktoren wie Landschaftsverbrauch, Bauaufwand oder Flächenversiegelung mit ein, dann steht der Flieger noch besser da. Wir sehen: Mit der Fragestellung bestimmt man maßgeblich die Antwort. Eine letzte Wahrheit nach dem Motto: Aztec – böse, Bahnfahrt – gut kann man ehrlicherweise nicht geben. Zusammenfassend kann man festhalten: Mit dem Kolbenflugzeug durch Europa zu fliegen liegt in einer Gesamtbetrachtung der Umweltverträglichkeit völlig im Rahmen anderer üblicher Aktivitäten wie Autofahren, Reitsport, Wassersport, Bergwandern oder Tennisspielen. Aber selbst wenn die Letzte Generation sich ein Minimum an Kenntnissen angeeignet hätte und zumindest einen Kolbenflieger von einer PC-12 und die von einem Jet hätte unterscheiden können, hätte man mit ziemlicher Sicherheit die Falschen getroffen. Dass die ganze Kategorie vom „exzessiven Luxus der Superreichen“ aber auch für andere Bereiche der GA komplett am Thema vorbeigeht, zeigt die kurze Betrachtung eines Lesers, der seinen Jet für klassische Transportaufgaben im Unternehmen einsetzt.
Im Beispiel geht es um die 100%-Beteiligung an dem weltweit führenden Hersteller einer kritischen, technologisch sehr anspruchsvollen Komponente von Motoren, die mit nachhaltigen Rohstoffen betrieben werden (Bio-Alkohol, Biogas usw.). Motoren mit dieser Komponente finden sich unter anderem in Nutzfahrzeugen des öffentlichen Nahverkehrs (aka Busse) und in dezentralen Stromversorgungen (Gensets) vor allem für den südamerikanischen Markt. Das Unternehmen hatte Probleme in der Fertigung und Effizienz, die zeitkritisch waren und seine Existenz hätten bedrohen können. Der Investor hat dafür Sorge getragen, dass sie mit einem spezialisierten Beratungsingenieur, mit dem er schon oft zusammengearbeitet hat und von dem er wusste, dass er das binnen einiger Wochen oder Monate in den Griff bekommt, gelöst werden konnten. Ich weiß nicht, ob die Klima-Marxisten sich das vorstellen können. Viel Zeit in der Industrie oder in den Ingenieurwissenschaften haben sie ja augenscheinlich nicht verbracht. Aber so ist das nun mal im richtigen Leben. Es gibt Leute die können einfach etwas, das andere nicht können. Und es gibt Situationen, da braucht man genau diese Leute vor Ort. Tabelle 1 zeigt den zeitlichen Ablauf eines solchen Arbeitstages. Das geht ganz einfach nicht mit Linie, Bahn oder Lastenfahrrad.
Die Claqueure der Klima-Straftäter führen an dieser Stelle immer wieder an: „Ja, ja, es gibt sinnvolle Nutzungen des Flugzeugs, aber halt auch Superreiche, die zu ihrer Jacht fliegen.“ Man stelle sich mal für einen Moment vor, die Befürworter der Verbotspolitik würden ihren Willen bekommen (Airlines und Flugsicherung würden sicher applaudieren). Völlig überflüssig zu erwähnen, dass sämtliche, aber wirklich sämtliche Unternehmen, die auch nur entfernt im internationalen Wettbewerb stehen, dann fluchtartig das Land verlassen (oder pleite gehen). Stellen wir uns das mal in allen Einzelheiten vor. Und diese enormen Einbußen nehmen wir in Kauf, um einen verschwindend geringen Anteil an CO2 einzusparen. Und ... seien wir ehrlich ... unserem Neidkomplex nachzukommen. Aber selbst, wer sagt „Mir egal, ich kann drauf verzichten“, kann sicher sein: Danach isses nicht gut. Dann kommt die nächste Gruppe, die nächste Aktivität dran. So lange, bis etwas auf der Streichliste steht, auf dass Sie wirklich nicht verzichten wollen.
Bleibt als Letztes das oft angeführte Argument der Klima-Straftäter: „Ja, aber wie sollen wir denn sonst auf die Sache aufmerksam machen?“ Ist das wirklich Euer Plan? Oder gründet eine Partei. Dass die grünen Zauberlehrlinge vor Schock ganz starr nicht mehr wissen, wie sie den gerufenen Geist wieder in die Falsche bekommen, habt Ihr richtig erkannt! Die sind viel zu weit im Marsch durch die Institutionen vorangekommen, um die vielen Posten und Pöstchen durch die Aneignung wirklich radikaler Positionen zu riskieren. Also selber eine Partei gründen. Mit der macht ihr dann zwei sechs oder acht Prozent. Toll! Ihr habt am demokratischen Prozess teilgenommen und festgestellt, dass Eure Angststörungen und Ansichten nicht mehrheitsfähig sind. Wie wär‘s mit Studieren? Nein – nicht Pädagogik oder Gender-Studies. Wie wär‘s mit Physik, Chemie oder Mathematik? Und dann mitarbeiten an der Verbesserung unserer Technologien. Denn das ist das Einzige, was die Probleme, die Ihr thematisiert, wirklich lösen kann. Und auch wenn‘s nicht reicht für die Erfindung einer neuen Solarzelle oder die Zähmung der Kernfusion – irgendwo sitzen und durch mühevolle naturwissenschaftliche Kleinarbeit ein bis zwei Prozent Optimierung aus einem Industrieprozess herausholen wäre schon viel, viel mehr als Ihr durch Eure Straftaten jemals erreichen werdet. Achso – Ihr wart nie so gut in „Mathe und dem ganzen Physik-Zeugs?“ Algebra ist das einzige, was Euch noch mehr Angst bereitet als das Klima? Es gibt so unendlich viele Stellen, an denen unsere komplexe Gesellschaft Ansatzpunkte für echte Optimierungen technischer oder organisatorischer Art bietet –, da muss es doch etwas geben, was spannender ist, als larmoyant allen Mitmenschen maximal auf die Nerven zu gehen? Wirklich – verehrte „Letzte Generation“ – gar nichts für Euch dabei? Ok. Dann heult bitte leise! Update 6.6.2023
Pilot und Flugzeug sprach kurze Zeit später mit dem Eigner des CJ. Das Flugzeug stand seit Sonntag in EDXW, in der Woche zuvor hatte das Flugzeug noch unentgeltliche Ambulanzflüge durchgeführt. Damit ist jetzt natürlich erst mal Schluss. Toll gemacht LG! Die Straftäter hatten sich am Flugzeug auch noch festgeklebt. Nach Angaben des Halters ging es um kurz nach 11.20 mit einer "geplanten und inszenierten" Aktion los. Die Täter wussten was sie taten: Um den Schaden zu maximieren entfernten Sie die Engine Covers und sprühten Farbe direkt ins Triebwerk: "Die kam auf der anderen Seite wieder raus" erklärte der Halter gegenüber Pilot und Flugzeug. Vor Ort waren Landesluftfahrtbehörde, Kriminalpolizei, lokale Polizei und natürlich der Sicherheitschef des Flughafens. Festgenommen wurde niemand. Im Gegenteil: Gegen Nachmittag wurden die Straftäter von den Sicherheitsorganen noch freundlich aufgefordert "mal zum Ende zu kommen, denn um 18.00 Uhr geht Euer Zug." Die Dispersionsfarbe hatten die Täter in modifizierten Feuerlöschern einfach durch den Zaun gebracht. Viel Mühe kostete das nicht. Die Aussage der Polizeisprecherin man "müsse erstmal prüfen ob es sich um eine Sachbeschädigung handele" lässt auch nicht gerade vermuten dass die Täter die ganz harte Hand fürchten müssten. Es ist ja nur ein Flugzeug im Wert von 2-3 Mio. Euro zerstört worden! Denn zumindest die Triebwerke dürften hinüber sein, selbst wenn die Farbe wieder abgeht von Scheiben, Dichtungen und Sensoröffnungen. Für uns stellt sich die Frage: Wieso geht eigentlich an einem Flughafen noch irgendjemand durch die Sicherheitskontrolle? Die hartgesottenen Terroristen sämtlicher Couleur müssen sich ja veräppelt vorkommen, wie sie hier von ein paar Jugendlichen vorgeführt werden! Ist das nur Folklore für Piloten und Passagiere was wir am GAT aufführen? Was die eigenen Persönlichkeitsrechte betrifft zeigen sich die LG-Straftäter übrigens recht dünnhäutig. Das "Team" hatte im öffentlichen Bereich des Flughafens eine Art Medienzentrum eingerichtet wo drei "Mitarbeiter" der LG den Fortgang der Straftaten dokumentierten und publizierten. Als ein lokaler Pilot dieses "Medienzentrum" fotografierte protestierten die LG-Leute nachrücklich mit dem Hinweis auf die eigenen Persönlichkeitsrechte. Die Eigentumsrechte des Flugzeughalters waren da weit weniger wichtig. Zudem hatte man auch gleich Kopien von Ausweispapiere der Straftäter und Straftäterinnen dabei, die man den Polizisten gab, damit die lästige Feststellung der Personalien die Aktion nicht störte. Man will ja schließlich ungestört das Eigentum rechtschaffender Bürger zerstören...
Nach Rücksprache mit mehreren Luftfahrtversicherern vertritt man aktuell und nach jetzigem Lagebild noch mehrheitlich die Auffassung, dass es sich um Vandalismus-Schäden handelt, die über die Kaskoversicherung gedeckt und zu regulieren sind. Vandalismus ist u.a. gekennzeichnet durch blinde Zerstörungswut. Gemäß Definition handelt es sich dabei um eine mutwillige, böswillige und meist wahllose Zerstörung von privaten oder öffentlichen Sachgütern. Vandalismusschäden, z.B. nach einem Einbruch, sind in der Kaskoversicherung bei deutschen Versicherern in aller Regel mitversichert. Im englischen Markt bzw. bei Verwendung von englischem Bedingungswerk werden Vandalismus-Schäden hingegen nicht über die Kaskoversicherung abgedeckt, sondern als kriegsähnliche Gefahr (allied peril) eingestuft und sind separat zu versichern. Die Kasko-Kriegsrisiko- und kriegsähnliche Gefahrenversicherung deckt Schäden am Luftfahrzeug, verursacht durch Gefahren wie Krieg, Invasion, feindselige Handlungen, Bürgerkrieg, Rebellion, Revolution, Aufstand, Streik, innere Unruhen, Aufruhr, Arbeitsunruhen, Handlungen, die politischen oder terroristischen Zwecken dienen als auch Beschlagnahmung, Konfiskation oder die Entführung des Luftfahrzeugs etc. Nicht versichert sind hingegen Schäden bei Verwicklung der fünf UN-Veto-Mächte im Kriege und wenn die Bundesrepublik Deutschland in ejnen Krieg verwickelt wird. Aktuell gibt es allerdings noch keine finale Abstimmung bzw. bekannten Regulierungsentscheidungen zu laufenden Schadenfällen im Versicherungsmarkt, ob diese Schäden von der Kaskoversicherung oder der Kasko-Kriegsrisikoversicherung zu regulieren sind. Somit wird es wahrscheinlich auch von Fall zu Fall und je nach gerichtlicher Einschätzung zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Auch wird das Gesamtlagebild und der Organisationsgrad der politischen Bewegung "Letzte Generation" Einfluss darauf haben, ob man Aktionen als einzelmotivierten Vandalismus oder politisch motivierte Agitation einstuft, was durchaus auch strafrechtliche und dann auch versicherungsrechtliche Relevanz haben kann. Die Beschädigung bzw. Zerstörung von Sachwerten zur Erreichung einer geänderten gesellschaftlichen Einstellung zu Klimazielen, insbesondere dann, wenn diese Ziele mit Transparenten veranschaulicht werden, könnte einen solchen politischen Zweck darstellen. Bei einer Vielzahl von Bestandsverträgen dürften die Kasko-Kriegsraten noch im Bereich von 0,03% - 0,06% aus der Versicherungssumme liegen. Je höher die Kasko-Versicherungssumme liegt, umso niedriger ist in der Regel der Beitragssatz. Was wir in der Vergangenheit also mehr als Tipp für Leserreisen in unruhige Weltgegenden empfohlen haben wird bei uns in Deutschland allmählich zur Pflichtausstattung: Versicherung gegen Kriegs- und Terrorschäden. |
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Und was ich absolut nicht verstehe, in der Tagesschau kam gar nichts. Oder will diese sich so distanzieren und den Klimasprühern keine Platform geben?
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Chapeau! Danke für den hervorragenden Artikel. Tausendfach geteilt. | ||||||
Lieber Herr Brill, ich stimme Ihnen inhaltlich voll zu, da natürlich bei mir als Pilot und Betreiber einer SEP ein gewisser Bias vorhanden ist. Erlauben Sie mir aber bitte die Kritik an dem etwas süffisanten Stil. Ich kann, wie gesagt, den Unmut voll und ganz nachvollziehen. Und wenn dieser Artikel wirklich ausschließlich für Fachpublikum und selber potentiell Betroffene als Zielgruppe geschrieben ist, dann ist das wahrscheinlich sogar legitim. Sie schreiben aber selber, das Überzeugung immer sinnvoller ist als Provokation. Und ich bezweifle, dass der "Schaum vor dem Mund" hilfreich ist, die ansonsten guten Sachargumente zu transportieren. Ich habe als Testleser selber Familienmitglieder im Alter zwischen 11 und 17 Jahren zur Verfügung und obwohl diese natürlich luftfahrtaffin aufgewachsen sind, hat der Stil des Artikels eher zu Irritation als zu voller Zustimmung geführt. Nochmal, in der Sache bin ich voll bei Ihnen. Wenn wir aber überzeugen wollen, ist vielleicht eine etwas besonnenere Art der Kommunikation eher förderlich. Ansonsten nutze ich jede Gelegenheit, den unbestrittenen Nutzen der GA immer und immer wieder über die einseitige mediale Beleuchtung hinaus zu kommunizieren. Beste Grüße,
PS, gern darf dieser Beitrag auch als Leserbrief in der nächsten PuF genutzt werden | ||||||
Diese Schmiererei wurde auch von der Zeitung auf Sylt veröffentlicht. https://www.sylter-zeitung.de/euer-luxus-unsere-duerre/
Ich erkenne eine Sorgfaltspflichtverletzung der Flughafenbetreibergesellschaft Sylt, weil diese die Sicherungsmassnahmen vernachlässigt hat. Ein Zaun ist kein Hindernis, das muss allen Flughafenbetreibern inzwischen bekannt sein. Die Eigner dieser teuren Flugzeuge bezahlen hohe Landegebühren, und auch Abstellgebühren. Dann muss ein Eigner davon ausgehen können, dass sein teures Flugzeug geschützt ist, zumal dieser Flughafen dem § 7 Luftsicherheitsgesetz unterliegt. Ich sehe den § 15 StGB Randnummer 133 Sorgfaltsmassstab und Randnummer 134 Durchschnittsanforderungen ( aus Schönke/Schröder Kommentar zum Strafgesetzbuich ) als Grundlage für weitere qualifizierte Untersuchungen in allen Richtungen. Was wäre, wenn anstelle dieser Farbsprüher wirkliche Bösewichts mit anderen Mittel als nur Farbe im Sicherheitsbereich tätig werden? Eine Frage steht an: Ist es im Rahmen der Durchschnittsanforderungen ( im Sinne § 15 RN 134 Schönke/Schröder ) notwendig, dass, auch wenngleich ein Zaun eine gewisse Sicherheitsabsperrung stellt, dass zusätzlich geeignete elektronische eibnrichtungen ein Druchtrennen des Zaun als Alarm melden? Ist es im Sinne dieses § 15 notwendig, dass der bundesgrenzschutz bei Verkehrsflughäfen rund um die Uhr Präsenz zeigt? | ||||||
Carmine, so ging es mir auch. Schon im Heft konnte ich den Artikel nur schwer verdauen... dass er jetzt öffentlich ist, hat mich fast geschockt. Ich hoffe, dass luftfahrtkritische Menschen in meinem Umfeld, mit denen ich einen sehr guten Diskurs auf Augenhöhe habe, nie über diesen Artikel stolpern. Er würde meine Bemühungen Positionen anzugleichen ins Leere laufen lassen. Dabei geht es mir, wie Dir, nicht um die Inhalte, sondern um den Stil.
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Hallo und danke für das Feedback, ich bitte aber zu beachten: Dieses Editorial ist keine Auseinandersetzung zur Frage des Einflusses der Luftfahrt auf das Klima. Ich denke inhaltlich bringen wir bei Pilot und Flugzeug mehr zu neuen Antrieben, Technologien und Treibstoffen als jedes andere deutsche Luftfahrtmedium. Das ist hauptsächlich meinem Kollegen Klaus Schulte zu verdanken. Dieses Editorial ist eine Auseinandersetzung mit einer (jetzt zwei) komplett hirnlosen, destruktiven und unter allen mir zugänglichen Kriterien kontraproduktiven Zerstörungsorgie von Leuten die ich persönlich schlicht und einfach für sehr dumm halte. Der Versuch das etwas auf die Schippe zu nehmen ist da noch das mildere Mittel. viele Grüße, | ||||||
Ich kann keinen "Schaum vor dem Mund" erkennen.
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Wir dürfen gespannt sein, was der Rechtsstaat nun daraus macht. Die Tärer waren so nett, sich offen zu bekennen, statt bei Nacht und Nebel zuzuschlagen und unerkannt zu verduften. Vorbildlich! Selbst wenn die vorsätzliche Sachbeschädigung unbestraft bleiben sollte, die Versicherung und der geschädigte Halter werden die Sache ganz bestiimt nicht unter "Spaßkosten" verbuchen, und Rechnungen in gänzlich unerwarteter Höhe präsentieren. Vielleicht wäre es günstig, auf diesem Thema möglichst öffenlich herumzureiten. Ganz sachlich. | ||||||
Was um alles in der Welt ist denn am verwendeten Stil auszusetzen? Diese Sichtweise ist ja eine völlige Täter-Opfer Umkehr. Wie sonst soll man eine so inhaltlich lächerliche und dennoch strafrechtlich relevante Aktion, wie von der Letzten Generation durchgeführt, kommentieren, wenn nicht mit einer gewissen Portion Zynismus? | ||||||
Beitrag vom Autor gelöscht
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Sorry Carmine, was an dem Text von Jan ist "suffisant"? Es werden Straftaten begangen, Hausfriedensbruch, Sachbeschädigung, Einbruch und dann noch der Verdienstausfall bzw Folgekosten für das Personal, dass dann mangels Flieger nichts zu tun und ggf entlassen wird. Jede Person, die Verständnis für diese LG aufbringt ist nicht klar, was das unter dem Strich bedeutet. Es gibt in der Demokratie Gesetze, die von allen eingehalten werden sollen, alles andere ist Anarchie. Ich könnte dann auch sagen. Ich töte Kleinkinder, da diese viel CO2 produzieren. Sorry Carmine, ggf bist du hier irgendwie "falsch". Wäre Mal interessant, ob du immer noch "Verständnis" hättest, wenn deine SEP vollgespritzt worden wäre..... | ||||||
Danke für diesen Artikel Jan ! Es ist beeindruckend, wie viele „Relativierer“ diese kriminelle Aktion schon wieder auf den Plan ruft. Das machen diese „Ja, aber…“ Sager jedoch nur, wenn sie selbst nicht betroffen sind… | ||||||
Beitrag vom Autor gelöscht
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Ganz hervorragender Artikel, danke dafür ! Und ganz besonders gut gefällt mir der Sarkasmus und der Klartext diesem linksideologisch verseuchten, kriminellen Existenzen gegenüber. Denn nichts anderes sind diese nicht unfaßbar dummen und gestörten Subjekte. Dies tat umsomehr gut, als daß man nunmehr seit Monaten die Nettigkeiten der rotgrünen Politiker und ihrer rotgrünen Einheitspresse diesen skrupellosen Kriminellen gegenüber ertragen mußte (und wohl weiter muß) ! Insofern (auch wegen der zu großen Teilen genauso "tickenden" Justiz) mache ich mir große Sorgen, daß diese verschärften Straftaten (schwerer Hausfriedensbruch, schwere Sachbeschädigung, potentielle Gefährdung von Menschenleben, etc) nicht mit Jahren von Haft ohne Bewährung (was eigentlich angesichts der Straftatbestände sowie zur Abschreckung von Nachahmern dringend notwendig wäre !) geahndet werden, sondern mal wieder mit irgendwelchen Gefälligkeits- bzw. Sympathieurteilen ! | ||||||
Unglaublich was da "heranwächst" und die Politiker stehen mit offenen Mund den NGOs und ihren Medien hilflos gegenüber...... dann muss es wohl wieder der Wähler machen..... bei uns in Aut spät. Im nächsten Jahr.... | ||||||
Joachim, gleiches gilt für dich, was ich für Carmine geschrieben hatte....
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Carmine, Joachim, Euer sehr erwachsenes Ansinnen um steten Ausgleich von Positionen in allen Ehren, aber Editorials geben nach meinem Verständnis bewusst und meist stilistisch pointiert die Meinung des Autors wieder. Eindeutig Position zu beziehen ist Jans gutes Recht und m.E. ein Stück weit auch seine journalistische Pflicht als Teil des Systems Luftfahrt. Die reine Sachebene ist dagegen auf der juristischen Ebene angebracht und da würde es mein Rechtsempfinden schon empfindlich irritieren, wenn offensichtlich vorsätzliche Straftaten nach § 315 StGB zzgl. vorsätzliche Sachbeschädigung aus "Rücksichtnahme" auf Shitstorms in den (sozialen) Medien nicht konsequent verfolgt würden. Lieber EPN, ich habe da die Hoffnung in unse Justiz noch nicht verloren - alles andere wäre der Weg in die Anarchie ... | ||||||
Hallo Jan. Dein Artikel trifft den Nagel auf den Kopf. Du hast mir regelrecht von der Seele geschrieben und ich wüsste nichts, was ich dem noch hinzu zu fügen hätte. Auch den Schreibstil finde ich absolut in Ordnung und der Situation angemessen. Gruß Chris | ||||||
Ich befürchte weder den Tätern noch der Polizei war bewusst, dass hier vermutlich ein Schaden im siebenstelligen Bereich entstanden ist. Hätten man mit dem Hammer die Frontscheibe des CJ eingeschlagen, wäre die Polizei sicher ganz anders vorgegangen. Und das obwohl der finanzielle Schaden vermutlich viel geringer gewesen wäre als der Schaden an den Triebwerken. Einen PKW würde man in die Waschstraße fahren und damit wäre der Fall erledigt. Das ist die Lebenswirklichkeit der Beteiligten. Daher das ganze ganz ruhig angehen. Möglichst schnell ein Gutachten zu diesem Schaden an die „Letzte Generation“, Flugplätze und die Bundespolizei senden. Damit ist hoffentlich allen klar, dass es hier finanziell gesehen in einem einzigen Fall um das Niederbrennen mehrere Einfamilienhäuser geht. Die Geschädigten haben typischerweise gute Anwälte und dürften ihre Forderungen gegen alle Beteiligten mit voller Härte und auch noch in vielen Jahren durchsetzen. Ich vermute fast alle Beteiligten sehen solche Aktionen dann in einem ganz neuen Licht. | ||||||
Moin Wolff, es geht nicht darum, was ich von dem Artikel halte. Er ist sachlich hervorragend und ich stimme in allen Punkten zu. Und zugegebenermaßen würde ich wahrscheinlich "intern" genauso formulieren und diese schwachsinnige Aktion kommentieren. Es ging mir bei meiner Kritik darum, dass wir als GA langsam in eine Ecke gedrängt werden, aus der wir nur mit guter, unaufgeregter Argumentation wieder herauskommen. Für Außenstehende ist nämlich nicht immer nachvollziehbar, was und warum wir etwas so machen. Wenn ein Nichtflieger den Artikel liest, sieht er vermutlich vorwiegend den Sarkasmus. Das ist beim Schaffen von Verständnis und Solidaritäten nicht hilfreich. Und (Achtung Ironie ) doch, keine Sorge, ich bin hier richtig ;-) Beste Grüße, Carmine
edit 11:40 PS, war gerade Fliegen ;-) | ||||||
Ich finde nicht, dass eine Zeitschrift aus "Facepalm-Emoji"-Niveau sein sollte. Solche gibt es schon genügend und sie dienen nur der Abholzung des Regenwaldes. Insgesamt hält in der PuF einiges aus der gesprochenen Sprache Einzug, was in einem seriösen Text nichts zu suchen hat ("isses" und so weiter). Es gibt nun einmal die gesprochene Sprache, der man sicher verzeiht, dass sie nicht so elaboriert ist, zumindest, wenn sie nicht abgelesen ist. Das ist eine logische Konsequenz aus der geringen Bedenkzeit, die der Sprechende hat. Dann gibt es das geschriebene Wort, welches wohlüberlegt sein sollte. Und in neuerer Zeit drängt sich dazwischen sozusagen das geschriebene gesprochene Wort aus Chats, was jedenfalls eher die geschriebene Sprache negativ beeinflusst als die gesprochene positiv. Beleidigungen wie "hirnlos" und zahlreiche andere gehören in einen seriösen Artikel nicht hinein und Punkt. Genauso wie sie schon ins Forum nicht rein gehören. | ||||||
Es ist ein Editorial. Die Idee hinter der Farbe ist ja nur Aufmerksamkeit. Und das wird immer mehr zunehmen. Es gibt große Probleme und Schieflagen und der „umlackierte“ CJ ist nur der Anfang. Es geht nicht um den Planeten. Es geht um die Neuauflage der sozialen Frage, die sich gerade aber dummerweise auf die private Fliegerei entlädt. Wohin auch sonst? Mit der bei Amazon bestellten Sprühdose kann man das ungerechte Steuersystem nicht ansprühen. Und Karl-Heinzs BMW auch nicht, das wäre taktisch unklug. Das bekommt vermehrt eine Eigendynamik aufgrund der Symbolik und der Verzweiflung. Und Privatjets sind ein sehr starkes Symbol, und ebenso polarisieren sie auch. Und rote Farbe auf einem Flieger - das wird gehört und gesehen, und tut der Masse nicht weh. Vermeintlich tut sich dann auch was, es gibt viel Echo, nur dem Planeten bringt es nichts. Wer kurz nachdenkt weiß, dass auch ein sofortiger Stopp aller privaten Flüge, diesem Planeten kein bisschen helfen wird. Darum direkt gehts also schon mal nicht. Aber ein beschmierter Jet macht wie gesagt auf die Sache aufmerksam, und es trifft dazu endlich mal „die da oben“. Wobei wir bei einem CJ eher vom unteren Bereich „der Oberen“ ausgehen dürfen. Der VW Golf der Biz-Jets eben. Ich hätte als Operator sofort ein Statement herausgegeben dass leider alle auf absehbare Zeit geplanten Einsatztage für Organtransporte ersatzlos ausfallen und man für Niere, Herz und Leber auf die Bahn ausweichen wird. Es gilt diesem Quatsch selbstbewusst zu begegnen und den Spiegel vor zu halten. „Sachbeschädigung ist kein probates Mittel um in einer demokratischen Gesellschaft etwas zu erreichen.“ Zuviel Kollateralschaden der die eigentliche Sache in Verruf bringt. Sich politisch zu engagieren, zumindest aber eine Partei zu wählen die sich für „die da unten“ engagiert wäre ziehlführend/er, aber in Österreich kann eine solche ja nicht mal ein Excel richtig formatieren. Wie sollen die dann das Klima retten ;) ? „Autos beschmieren? Fabriken anzünden? Kraftwerke sprengen? Wozu soll das führen? Am besten gleich den Klima-Genozid initiieren (beginnend mit denen die am meisten Co2 Fußabdruck haben) und der Letzte wünscht dem Planeten dann alles Gute, oder was?!“ Eine kleine Citation... wie süß. Kostet einen einstelligen Mio. Betrag. Quasi eine 172er mit Düsen. Damit ist man unter den reichen maximal das arme Schwein das in den kochend heißen oder arschkalten Flieger reinkrabbeln muss... währenddessen die APU in der G650 um 80 Mio, schonmal das Tripfuel eines kurzen CJ Fluges wegsäuft. Und spätestens wenn einer in der privaten 787 (das sind die Ökos unter den Superreichen) daherrollt wird auch dem G650 Typen klar, so ganz geschafft hat er es doch nicht. Doch was denkt der 787 Owner... wenn dann der US Präsident mit 2 * 747 und eine Flotte an C5 und C17 (für die Autos) und KC135 (für den Sprit) einschwebt? Ja, das sind alles lustige, exorbitante Geschichten, aber eben Einzelfälle. Selbst wenn jedes Staatsoberhaupt der Welt ab jetzt nur mehr 747 fliegt, ist das wurscht. Das sind 200irgendwas Flieger. Ein Tropfen im Meer gegenüber den Milliarden Litern die mit Autos verheizt werden. Oder mit Schiffen... Oder von Airlines. Solange man um den Preis eines Abendessens 3h in einem Airliner sitzen kann, was alleine in Europa hunderte Millionen Mal jährlich vorkommt, kann man alles was privat in der Luft ist getrost ignorieren. Relationen und so. Wahrscheinlich generieren alle Flugzeuge auf (über) der Welt ungefähr soviel CO2 wie Google Suchanfragen. Wenn diese "letzte Generation" was bewirken will, dann müssten deren Mitglieder die Benzin-Rasenmäher der EFH Besitzer ansprühen und selber mit der Sense zum Mähen anrücken (um ihnen mal ein geeignetes Symbol für ihren Vereinsnamen nahezulegen), denn auf hohem Gras kann man sich nicht nicht festkleben. | ||||||
Ja, jeder kann ja für sich entscheiden, ob er sich im Diskussions-Niveau unter, neben oder über dem der Protestierenden/Beschädigenden positioniert. Da ich mich als Luftfahrtgegner-Gegner besagten Personen gegenüber im Recht fühle, versuche ich auch in Niveau drüber zu bleiben. ;)
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Ich finde den Stil des Artikels mindestens angemessen, wenn nicht gar zu harmlos. Warum? Jegliches Appeasement ist hier unangebracht. Es führt niemals zu einer Besänftigung und zu einer Anerkennung der Positionen der GA. Die "Argumente" der Letzten Generation sind weit ab von jeglicher Wissenschaft und mit fachlichen, technischen oder gar wissenschaftlichen Fakten ist da keine Diskussion führbar. Es ist reine Ideologie von Leuten, die noch nie wirklich für ihren Lebensunterhalt und den einer Familie gesorgt haben. Und dieser gefühlten moralischen Überlegenheit kommt man mit Beschwichtigungen und Argumenten nicht bei. Hier muß klare Kante gezeigt und der Rechtsstaat (soweit bei dem ideologisch hoch aufgeladenen Klimathema noch vorhanden) zur Geltung gebracht werden. Als Kind der DDR habe ich erlebt, daß Anpassungen und Beschwichtigungen nichts bringen, sondern nur das Einstehen für seine Positionen - auch wenn´s manchmal hart und durchaus risikobehaftet ist. | ||||||
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