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8. Juli 2026 20:45 Uhr Jan Brill
Luftrecht: Hauptflugbuch Deutscher Bürokratieabbau scheitert am Hauptflugbuch Wenn man nach Beispielen sucht, warum in Deutschland das Wort „Bürokratieabbau“ allenfalls sarkastisches Gelächter bei den Bürgern auslöst, braucht man nur auf die Auseinandersetzung über die Abschaffung des Hauptflugbuchs zu schauen, die Guido Frey in der Juli-Ausgabe von Pilot und Flugzeug in einem Gastbeitrag behandelt. Die Story zeigt eigentlich alle Elemente, die zu unserer chronischen Reformunfähigkeit beitragen.
Die mühsam und teuer erhobenen Bewegungsdaten (nichts Derartiges findet sich in anderen Bereichen des Individualverkehrs zu Lande oder zu Wasser) dürfen nur von einem kleinen Nutzerkreis überhaupt verarbeitet werden. Angefragt, ob sie diese Daten nutzen, antworten die betreffenden Behörden ganz schick und zeitgemäß „nein“, „nie“, „sehr selten“ und „Was ist das?“. Wenn es also darum geht, einfach zu behaupten, man würde die Daten nicht nutzen, geben sich die Behörden ganz smart. Die logische Konsequenz daraus kann nur sein: „Na fein, dann brauchen wir die also nicht mehr zu erheben. Lasst uns den uralten § 70 LuftVG, dieses Relikt aus der Nazizeit zur Verhinderung der Reichsflucht, einfach streichen.“ Damit konfrontiert, überschlagen sich die befragten Behörden in immer wilderen Begründungen, warum man die Daten vielleicht doch brauchen könnte. Das ist das Verhaltensmuster eines sieben Jahre alten Kindes, das – gefragt, ob es noch mit den längst vergessenen Dinos spielt – sich plötzlich wieder an diese erinnert und sich vehement gegen die Abgabe der bis dahin vollkommen unbeachteten Spielsachen wehrt: Verlustangst, Bedenkenträgerei, Organisationsträgheit. Der Staat spielt schon seit vielen Jahren nicht mehr mit den Daten aus dem Hauptflugbuch, weil er bessere, neuere und wirksamere Spielsachen (Daten) zur Verfügung hat. Begehrt der Bürger aber die Abschaffung der inzwischen sehr aufwendigen Bürde, zeigt sich der Verwaltungsapparat getriggert und schnappt ein. Und wenn alle hanebüchenen Begründungen abgearbeitet sind und die nackte Sinnlosigkeit des Hauptflugbuchs für alle sichtbar im Raum steht, funktioniert immer noch das deutsche Totschlagargument: „Die Länder ziehen da nicht mit.“ Es gibt aber noch andere Wege, diesen Unsinn zu kippen, die Frey in seinem Artikel aufzeigt. Versuchen wir also die Sache positiv zu betrachten: Der Grund, weshalb das Hautpflugbuch überhaupt so lästig geworden ist, ist der Umstand, dass Fliegen ohne Betriebsleiter immer weitere Verbreitung findet. Aber auch hier konnten wir uns nicht selbst vom Flugleiter befreien, wie viele andere Länder in Europa oder Nordamerika. Es bedurfte erst eines Akts der ICAO (= Gott), um die Deutschen ein Stück näher zur Freiheit zu führen! Beim leidigen Thema Hauptflugbuch wird uns die ICAO nicht retten. Das müssen wir ganz allein schaffen! |
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Zitat: Die mühsam und teuer erhobenen Bewegungsdaten (nichts Derartiges findet sich in anderen Bereichen des Individualverkehrs zu Lande oder zu Wasser) dürfen nur von einem kleinen Nutzerkreis überhaupt verarbeitet werden. Zitat Ende.
Der einzige Nutzen den ich daraus bisher ziehen konnte war bei Rekonstruktionen von Lebenslaufakten und Bordbüchern nach, Verlust bzw. Wasserschaden. Wobei zugegeben jeder der im Jahr 2026 seine Unterlagen noch nicht digitalisiert hat dann schon auch selbst ein "Hirsch" ist... Aber grundsätzlich, es stimmt: Das Hauptflugbuch kann gerne weg. Es ist schlichweg überholt. | ||||||
Da würde ich antworten: "Rekonstruktionen von Lebenslaufakten und Bordbüchern" 1. Das wäre eher wie Ahnenforschung, man hangelt sich von Kirchenregister zu Einwohnermeldebhörde, Sterberegister zurück zu Kirchenregister ... und scheitert am ersten (Aus-) Flug des Luftfahrtgeräts ins hauptflugbuchfreie Ausland. 2. Die ganzen Wartungsereignisse stehen aber in den Hauptflugbüchern erst gar nicht drin. 3. Wieso soll die ganze Nation einen Aufwand betreiben, um einen möglichen, seltenen und hochindividuellen Ausnahmefall abzufedern? Aber grundsätzlich, es stimmt: Das Hauptflugbuch kann gerne weg. Es ist nicht nur überholt, es war nie sinnvoll. | ||||||
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