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1. September 2026 19:10 Uhr Jan Brill

Behörden: Editorial: Zustände Luftfahrtbundesamt


Viel Glück und viel Erfolg – das LBA hat einen neuen Präsidenten!

Mit dem Amtsantritt am 1. August und der feierlichen Amtseinführung am 20. August 2026 hat das Luftfahrtbundesamt endlich einen neuen Präsidenten. Wir wünschen Alexander Schott von Herzen viel Erfolg und viel Glück – er wird es brauchen, wie ein Blick auf die tägliche Arbeit der Behörde nur zu deutlich zeigt.


Der neue LBA-Präsident Alexander Schott hat keine ganz leichte Aufgabe vor sich.
© LBA 
Die Suche nach einem neuen Präsidenten des LBA dauerte länger als erwartet. Der Amtsvorgänger Jörg-Werner Mendel wurde bereits am 31. Januar 2026 in die passive Phase der Altersteilzeit verabschiedet.

Dass man nach diesem freilich kaum vorhersehbaren Ereignis nicht sofort einen fähigen und vorbereiteten Nachfolger für die heftig in der Kritik stehende Behörde präsentieren konnte, ist nur ein Zeichen für die unglaubliche Ernsthaftigkeit, mit der das Verkehrsministerium die Luftfahrt in Deutschland betrachtet.

Wir erwogen schon die Veranstaltung einer Casting-Show: Wer wird Präsident?

Gerüchteweise winkten mehrere Kandidaten aus dem Umfeld des Ministeriums dankend ab – das LBA in seinem jetzigen desolaten Zustand zu übernehmen ist eine Mammutaufgabe und wieso sollte man sich eine jahrelang sauber eingefädelte Karriere im Ministerium oder auf Länderebene mit einem solchen Himmelfahrtskommando am Ende noch verhageln?
Personen aus der Behörde selbst kamen hingegen nicht zum Zuge, vermutlich auch, weil zumindest bei einer Person die Nähe zum inzwischen auch international aufsehenerregenden Staatsversagen im Referat L6 (Flugmedizin) einfach zu groß war.

Wie desolat der Zustand der Behörde inzwischen ist, zeigt ein Blick auf die ganz tägliche Arbeit. Dass ein Lizenztransfer in ein anderes EASA-Land (Republikflucht) inzwischen mehr als neun Monate dauert, ist schon lange kein Skandal mehr, sondern einfach ganz normaler Alltag.


Schwere Datenschutzverstöße durch das LBA

Der Transferantrag für die Lizenz des Autors wurde am 11. Oktober 2025 gestellt und ist nach wie vor nicht abgeschlossen. Trotz gültigen Medicals. Ein damit in Zusammenhang stehender Antrag auf Akteneinsicht vom 7. November 2025 ist ergebnislos versandet.
Dazu gesellt sich die haarsträubende Schlamperei der Behörde:

Kurz vor Redaktionsschluss erfuhr der Autor, dass Unterlagen und Korrespondenz im Zusammenhang mit diesen Anträgen „aus Versehen“ statt intern innerhalb der Behörde an einen wildfremden und vollkommen unbeteiligten Mitarbeiter der Lufthansa-Fracht-Tochter AeroLogic verschickt wurden. Das LBA bemerkte dies anscheinend auch nicht und erst als der AeroLogic-Mitarbeiter sich an seinen IT-Sicherheitsbeauftragten wandte und dieser den Datenschutzbeauftragten des LBA kontaktierte, wachte man in Braunschweig auf.

Versierte Anwälte stellen Anträge auf Akteneinsicht inzwischen monatlich neu – einfach um diese unfassbaren Zustände zu dokumentieren. Bearbeitet werden sie trotzdem nicht. Zumindest nicht innerhalb eines sonst im Behördenverkehr üblichen Zeitrahmens.

Auf der anderen Seite dieser unhaltbaren Zustände stehen viele wirklich motivierte, freundliche, fähige und serviceorientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Braunschweig, die täglich unter schwierigen Bedingungen ausgesprochen gute Arbeit machen. Diese leiden unter den Zuständen mindestens so sehr wie die betroffenen Lizenzinhaber.

Es ist sicher kein Fehler, in dieser Situation jemanden von außen für die Behördenleitung zu berufen, statt ein LBA-Gewächs zu befördern.

Der berufliche Werdegang von Alexander Schott ist bemerkenswert. Zitat:

„Er wurde 1969 geboren und studierte nach der Ausbildung zum Reserveoffizier Rechtswissenschaften in Kiel und Lüttich. Nach dem Referendariat unter anderem an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv und im Verteidigungsministerium in Bonn, folgten ab 2000 Aufgaben bei der NATO in Brüssel und Norfolk (Virginia). Seit 2008 war Alexander Schott in unterschiedlichen Funktionen für das Bundesministerium für Verteidigung und den Bundesnachrichtendienst tätig.

Vor seinem Amtsantritt im LBA verantwortete der Volljurist im Bundesministerium der Verteidigung den Bereich Forschung und Innovation sowie die Digitalisierung und KI-Implementierung für die Bundeswehr.“

In den letzten 15 Jahren verzeichnet sein Lebenslauf u.a.

  • 2011: Referent im Büro Staatssekretär und Projektoffizier Neuausrichtung Bundeswehr, Büro Staatssekretär,
    Bundesministerium der Verteidigung, Berlin;
  • 2012: Referatsleiter Organisation im Leitungsstab Organisation und Revision, Bundesministerium der Verteidigung, Berlin;
  • 2017: Abteilungsleiter Technische Aufklärung Auslandsaufklärung SIGINT, Cyberaufklärung und Cyberabwehr, Bundesnachrichtendienst, Pullach;
  • 2022: Unterabteilungsleiter A III und Forschungsdirektor BMVg, Ausrüstung und Nutzung für Land, See, Luftabwehr und Ressortforschung, Bundesministerium der Verteidigung, Bonn;
  • 2024: Leiter des Forschungs- und Innovationshubs und Forschungs- und Innovationsdirektor BMVg, Bundesministerium der Verteidigung, Bonn;
  • bis 2026: Unterabteilungsleiter IC II und Forschungs- und Innovationsdirektor BMVg, Bundesministerium der Verteidigung, Berlin.

Ich muss ehrlich sagen: Ich habe viel zu wenig Ahnung von den Karrierewegen im Öffentlichen Dienst und bei der Bundeswehr, um zu beurteilen, ob Schott damit für seine Aufgabe beim LBA gut oder weniger gut vorbereitet ist.

Mein subjektiver Eindruck ist aber, dass ein Mangel an Juristen nicht das Kernproblem des Luftfahrtbundesamtes ist.
Die Probleme der Behörde sind in jedem Fall struktureller Natur. In mehreren Referaten – allen voran L6 – wird eine weitgehende Neuorganisation der Abläufe, verbunden mit erheblichen personellen Veränderungen notwendig sein.

Die Impulse des „Runden Tisches“ vom 9. Februar 2026 sind weitgehend verhallt. Die vom Ministerium gegenüber der Behörde angekündigten „Folterwerkzeuge“ lassen nach wie vor auf sich warten und die Anzahl der anhängigen Gerichtsverfahren, die gegen das Amt geführt werden, nimmt zu.

Als Konsequenz wenden sich mehr und mehr Lizenzinhaber von der Bundesrepublik ab – so wie der Autor. Flugbetriebe geben an Angestellte schwarze Listen heraus mit Staaten, in denen eine beruflich genutzte Lizenz keinesfalls geführt werden darf. Deutschland war mal ein Positiv-Land in diesem De-Facto-Ranking, inzwischen führt die Bundesrepublik solche Negativlisten an.

Fast alle EASA-Staaten kämpfen mit den europäischen Regeln und oft auch mit den wenig praxisorientierten Audit-Ergebnissen der EASA. Dänemark hat sein eigenes Medical-Problem, in den Niederlanden warten Dutzende Piloten auf die Ausstellung eines simplen Ratings oder einer Lizenz und sind gegroundet, Spanien beglückt europäische Flugschulen mit sinnfreien Zusatzanforderungen, und Frankreich sperrt für bestimmte Prüfungsereignisse ausländische Examiner de-facto aus.
Die Situation in Deutschland mit extrastrengen Anforderungen beim Part-IS (die bald wahrscheinlich von der EASA wieder gekippt werden) und den katastrophalen Medical-Bearbeitungszeiten ist aber auch in dieser Aufzählung besonders.


Wir wünschen Alexander Schott aufrichtig viel Glück und viel Erfolg bei dieser wenig beneidenswerten Aufgabe!



Dieser Artikel ist in Pilot und Flugzeug Ausgabe 2026/09 erschienen.

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2. September 2026 10:32 Uhr: Von Sven Walter an Jan Brill

Uns allen wäre vermutlich ein ehemaliges Vorstandsmitglied Airbus, mit 2000 GA-stunden, Segelflug mit 14, Dr.Ing. Luft- und Raumfahrt mit dem Auftreten einer leisen Kobra wohl am liebsten. Zampanos können beim Change Management in einem anteiligen Augiasstall auch mal vom Amt komplett und übel ausgebremst werden. Wer dann leise aber deutlich die übelsten Äpfel ans andere Ende der Republik wegversetzt, OHNE wegzuloben, kann wohl im Regelfall deutlich mehr Wirkung entfalten. Wurde aber so nicht gefunden, vermutlich, nach der langen Kandidatensuche und seinem Hintergrund.

Die Karreirewege sprechen nicht per se gegen ihn.

Da uns alterstechnisch 5 Jahre trennen kann ich ihn aus eigener Anschauung in der juristischen Seminarsbibliothek der Uni Kiel nicht beurteilen :-). Sind ja auch nur 400 Studienanfänger jedes Jahr...

Daher ergebnisoffen: Das kann brilliant sein, oder massiv in die Hose gehen, weil er nur Drohnenbekämpfung im gesamten unteren Luftraum aufgrund seiner Biographie einschließlich Flugabwehr, BND und politischer Leitungsstab in der Außenwirkung versteht, oder ein Mann mit 8+ Jahren Karriere auf der Endstufe vor sich, der wirklich endlich mal in eigener Verantwortung stehend wirklich etwas bewirken will.

Sobald die Verbände im stillen Hinterzimmer ihn vielleicht mal gesprochen haben, wird man womöglich mehr wissen. Hat jemand Hebel? Ja, der Kanzler. Der tauscht eher unbedarft auch mal den Verkehrsminister aus und kennt den unteren Luftraum auch vom eigenen Cockpit aus. Aber das Allerletzte, was der jetzt tun wird, ist, da eine offene Flanke zu zeigen Höchstens informell, wenn er ihn mal beiläufig trifft, am Kaminabend im Protzbau des Spreebogens.

Hat er ein Parteibuch? Weiß das jemand? VM in 2011 spricht eher für Unionsnähe.

2. September 2026 20:09 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Sven Walter

die airbusheinis sind genauso abgehoben...sprechen nur von strategien und sonstigem bullshitbingo...

wenn ich schon höre, fachoffizier umgestaltung..neuausrichtung der bundeswehr...was sollte er denn neu-ausrichten? Vielleicht scharniere an den türen zum kopierraum? die ganzen unterabteilungsleiter etc..was ist denn das..schon wieder neuausrichtung...so wie sein cv aussieht, hat er keine technikahnung, nur formaljuristischen kram...du als bullenhaibulle im juristenaquarium mußt doch das am besten verstehen, daß da nix kommt...der ist ein formaljurist, schreibtischtäter mit dienstrang und wartet auf die rente...fertig.

ich hab solche fachoffiziere bei der eads 2 jahre lang ertragen müssen...abgebrochenes L/R-studium in neubiberg, weil mathe zu schwer war - also jura. wir hatten einen bewerber mit so einem profil, der sich für techn. assessment beim EF-AGE beworben hatte. meinem chef sagte ich - besser den nicht - er meinte...der hat doch L/R studiert...ja - aber nur 1 jahr....

was dann geschah: bei den pdr und cdr conferenzen hat der den partner companies ihre windigen verträge erklärt und hatte keinen blassen schimmer von der technik....aber er war nach 2003 dafür verantwortlich, daß falsche werkzeuge für die actuator wartung beim EF bestellt wurden..zu lasten der deutschen staatskasse...fast 5 mio eur!...zu tief gehe ich jetzt nicht hier rein....vom fliegen hatte der soviel ahnung wie hubert von freier marktwirtschaft..:-))

3. September 2026 17:07 Uhr: Von Sven Walter an ingo fuhrmeister

Für Absatz drei und vier bin ich dir vollkommen ironiefrei absolut dankbar, auch wenn der Seitenhieb auf Hubert irgendwie überflüssig war. Und ja, Mathe oder der Große Mechanikschein war bei vielen das Exmatrikulationsamt - gut so. Um mal Carsten Spohr zu zitieren, eine eins im Vordiplom in Mathe spricht einfach für sich (oder so ähnlich, Interview liegt schon ein paar Jahre zurück). Was die Airbusheinis angeht: Die letzten paar Entwicklungsvorstände (m/w./d) möchte ich mal im Zwiegespräch mit dir erleben, wie sie dich zerlegen oder dich Demut lehren. Dass ein CEO öfter mal aus firmenpolitischen-transnationalen Gründen eher weichgewaschen daherredet, ist primär dem Amt geschuldet. Ein Piech (wo ist dieses verflixte Tréma auf der Tastatur..) oder Ferdinand Porsche redet mit dem Focus, Stern und FAZ auch anders als mit den eigenen Ingenieurteams.

wenn ich schon höre, fachoffizier umgestaltung..neuausrichtung der bundeswehr...was sollte er denn neu-ausrichten? Vielleicht scharniere an den türen zum kopierraum? die ganzen unterabteilungsleiter etc..was ist denn das..schon wieder neuausrichtung...so wie sein cv aussieht, hat er keine technikahnung, nur formaljuristischen kram...du als bullenhaibulle im juristenaquarium mußt doch das am besten verstehen, daß da nix kommt...der ist ein formaljurist, schreibtischtäter mit dienstrang und wartet auf die rente...fertig.

Eventuell beherrscht er Groß- und Kleinschreibung aber besser als du... kennt das BRRG gut genug, um gute Leute zu fördern und schlechte nach Nürnberg für die Prüfung von Asylanträgen zu empfehlen etc. Nochmals: Das kann jetzt alles sein. Merz hat den Verkehrsminister trotz frischen Regierungswechsels (neuer Landesvater RLP war der Bruder des Verkehrsministers) ausgewechselt. Nicht souverän, aber einfach gemacht. Wenn Druck von oben kommt, wer weiß - ich teile deine Skepsis beim Ausmisten dieses teilweisen Augiasstalls, aber wissen wir das vorher?

3. September 2026 18:43 Uhr: Von Manni Fold an Sven Walter

auch wenn der Seitenhieb auf Hubert irgendwie überflüssig war.

Danke für Deine Verteidigung. Aber Ingo darf zu mir alles sagen/schreiben. Egal wohin, wie hoch oder wie tief er das Stöckchen hält, ich springe nicht drüber.

3. September 2026 21:50 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Manni Fold

Du fällst drüber oder drunter...:-))))

3. September 2026 23:01 Uhr: Von Sven Walter an ingo fuhrmeister

https://youtu.be/nsBAXJlhEvo?is=gfT8ekr51w27wH-m

guten Abend Ingo, ich befürchte, deine Einschätzung wird sich bewahrheiten…

4. September 2026 22:38 Uhr: Von ingo fuhrmeister an Sven Walter

Ja..hubert...hast recht. :-))

5. September 2026 08:42 Uhr: Von Manni Fold an ingo fuhrmeister Bewertung: +1.00 [1]

Selten was larmoyant Selbstgefälligeres gelesen.

5. September 2026 16:06 Uhr: Von Horst Metzig an Jan Brill Bewertung: +0.00 [2]

Ich bezweifle, ob der neue Präsident des Luftfahrtbundesamt allein viel verändern kann. Flugmedizin ist eben kein Arbeitsgebiet aus der Flugzeugtechnik. Flugmedizin schätze ich als komplex ein, auch weil unterschiedliche Fachärzte zu unterschiedliche Ergebnisse kommen können. Unter diesen Bedingungen eine schnelle Entscheidung über die Fliegertauglichkeit zu treffen, ist immer ein Gewissensproblem der entscheidungstragenden Person medical advisor.

Ich habe Herrn Staatssekretär Schnorr den Vorschlag geschrieben, das flugmedizinische Zentrum der Bundeswehr und der DLR zusammen zu schliessen. Die Antwort der Bundeswehr, geht nicht, weil bei der Bundeswehr ist das Luftamt der Bundeswehr zuständig, bei der DLR das Luftfahrtbundesamt. ( schliesst die beiden einfach zusammen )

Im übrigen habe ich Herrn Staatssekretär Schnorr, dort spielt die Musik - dort wird der Taktstock bewegt, vorgeschlagen, mal nach Prag zu fahren und sich dort die Organisation und Abläufe anzusehen. Mir wurde schriftlich zugesagt, sich bei anderen Mitgliedstaaten umzusehen.

5. September 2026 20:53 Uhr: Von Sebastian S. an Horst Metzig Bewertung: +1.00 [1]

Vielen lieben Dank Horst für diese wieder einmal erstklassigen Gedanken und prompte Umsetzung. Ich erwarte Großes daraus! Mach immer so weiter und irgendwann bekommen wir alle kein medical mehr in Deutschland!

5. September 2026 22:25 Uhr: Von Horst Metzig an Sebastian S.

Ich bitte um eine Begründung, warum in Deutschland kein Medical mehr zu bekommen ist. Ich glaube an Deine Theorie nicht. 90 % aller deutschen Medicals werden ohne Probleme abgearbeitet und ausgestellt, weil 90 % der Bewerber um eine Fliegertauglichkeit in die Norm EU 1178/2011 passen.


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