(Antwort an den Letzten.)
Als jemand, der viel Rotax fliegt (und dementsprechend auch viele Probleme damit mitbekommt), hier mal ein paar subjektive Eindrücke:
Die Schwachstelle am 912er und 914er sind die Doppelvergaser. Wenn die nicht ganz synchron laufen, läuft der Motor sofort unrund und der Pilot fängt an zu schwitzen. Und das kann aus vielen Gründen passieren:
- Vergaservereisung. Hier kommt es stark darauf an, wie der Motor verbaut ist, d.h. wie stark die Vergaser im Luftstrom liegen, wie kalt die Ansaugluft ist, etc. Das Märchen, dass Rotaxoren nicht anfällig für VGVE sind kommt daher, dass viele ULs ne Airbox haben, also immer vorgewärmte Luft angesaugt wird.
- Gaszüge: Wir hatten kürzlich den Fall, dass sich die beiden Gaszüge im Gaszughebel verschlauft haben und je nach Geschwindigkeit der Betätigung unterschiedlich Spiel hatten. Darauf muss man erst mal kommen.
- Schwimmer: Hier sollte man das empfohlene Intervall zur Überholung ernst nehmen.
- Wassertröpfchen, Dampfblasen, Erdstrahlung*, etc.
*hier hilft ein kleiner Aluhut auf dem Vergaser.
Abgesehen davon gibt es noch ein Propellergetriebe, das auch Verschleiß hat. Viele Vergaser-Rotaxoren laufen auch nicht gut, wenn es kalt ist. Der Thermostat funktioniert oft auch eher unbefriedigend.
Ich muss aber auch sagen, dass alle Probleme, die ich so hatte, unrunder Motorlauf ohne oder mit partiellem Leistungsverlust waren. Ich hatte noch nie einen totalen Motorausfall und fliege auch den 30 Jahre alten 912er in einem experimentellen UL mit hinreichender Zuversicht, trotz einer Gleitzahl von ca. 1:3.
Was jeder einzelne von uns gegen diese Probleme tun kann: Einen 915er oder 916er mit Einspritzsystem kaufen. Ich mache das gerade und werde berichten.