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Luftrecht und Behörden | Beitrag zu gefangen in der Fluguntauglichkeit
7. Juli 2023: Von Alexandros Feuerstein an F. S.
Huch! Da habe ich mich verschrieben. Ich meinte natürlich einen Vorfall pro 4 Monate. Umgekehrt wäre natürlich sehr bedenkenswert. [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Luftrecht und Behörden | Beitrag zu gefangen in der Fluguntauglichkeit

Hallo und nochmals vielen Dank für eure Antworten. Entschuldigt bitte die Funkstille. Das Ergebnis der Zweitüberprüfung ist im Juni eingetroffen, weiterhin mit dem Ergebnis der Fluguntauglichkeit. Hier hat das LBA die (Prä-)Synkope nun richtig als entwicklungsbedingt erkannt und ist in der Begründung nicht weiter auf diese eingegangen. Leider ist das LBA nun der Meinung, dass ich Aufgrund von meiner Migräne fluguntauglich bin.

Nun kurz zu meinem Krankheitsbild: Vermutlich seit dem späten Gundschulalter fing ich an, an Kopfschmerzen, oft verbunden mit Übelkeit und Erbrechen zu leiden. Diese wurden nach dem Wechsel auf die weiterführende Schule immer öfter, bis zu einem Höhepunkt von einem Vorfall pro Monat.
Hier bin ich zu einem Neurologen gegangen, der eine Migräne ohne Aura diagnostiziert hat. Ich kann mich hier jedoch nicht daran erinnern, dass der Neurologe mit mir über Symptome einer Aura (Sichtstörungen usw.) geredet hat. Aufgrund meines medikamentenscheuen Vaters habe ich die Kopfschmerzen nur selten, und wenn dann mit unzureichender Dosis von Ibuprofen behandelt (200mg, viel zu wenig für einen hoch gewachsenen 13-Jährigen). Der mäßige Erfolg von Ibuprofen 200 wurde hier ins Protokoll aufgenommen. Hierauf wurde Ibuprofen 600 verschrieben. Ins Protokoll wurde aufgenommen, dass bei fehlendem Erfolg des Ibuprofens stärkere Schmerzmittel und Migränespezifische Medikamente in Erwägung gezogen werden sollten. Zuletzt wurde auch ein MRT vom Gehirn gemacht, ohne Befund.
Seit dem Besuch beim Neurologen haben sich die Vorfälle nun immer weiter beruhigt, auf mittlerweile etwa einen Vorfall jede vier Monate und in leichterem Umfang. Mit Ibuprofen 600 lassen sich die Kopfschmerzen immer behandeln, Bedarf an anderen Medikamenten habe ich nicht.

Bei meinem ersten Erscheinen bei meiner Fliegerärztin wurde ich bezuglich meiner Migräne nach der Aura gefragt. Zu dem Zeitpunkt wusste ich garnicht, was eine Aura ist. Auf Nachfrage erkärte Sie, ob ich die Migräne "kommen sehe". Migränen bahnen sich bei mir für ca. 60min vor den Schmerzen an, ich beantwortete die Frage dementsprechent. Jetzt bin ich garnicht mehr sicher, ob ich eine Aura habe und werde versuchen das beim nächsten Besuch beim Neurologen abzuklären.
Weitere Fragen, Hinweise oder Aussagen zur Migräne bezuglich der Flugtauglichkeit gab es bis zum Ergebnis der Zweitüberprüfung nicht. Im Weiteren hat das LBA bei der Beantragung der Zweitüberprüfung mitgeteilt, dass es nicht nach Aktenlage entscheiden kann und weitere Untersuchungen beantragen wird. Bis zum Ergebnis traf jedoch keine Anfrage nach weiteren Befunden ein.
In der Bergündung der Fluguntauglichkeit beschreibt das LBA die Kopfschmerzen als "hochintensiv" und "eine analgetische Behandlung nur unzureichend Ansprechend", was in keinem Fall meinen momentanen Zustand widerspiegelt. Hier ist das LBA davon überzeugt, dass durch die Kopfschmerzen bei mir ein Risiko zur "sudden incapacitation" gegeben ist. Ich bin davon nicht überzeugt, alleine schon durch meine 250 Starts mit Fluglehrer, wo ich kein einziges Mal auch nur Kopfschmerzen im Flugzeug hatte.

Hier nochmal der relevante Aussschnitt aus den AMC (auch hilfreich, dass das LBA nur eine veraltete Version auf seiner Website verlinkt, die garnicht auf Migräne eingeht):

(c) Migraine
Applicants with an established diagnosis of migraine or other severe periodic headaches likely
to cause a hazard to flight safety should be assessed as unfit. A fit assessment may be
considered after full evaluation. The evaluation should take into account at least the following:
auras, visual field loss, frequency, severity, and therapy. Appropriate limitation(s) may apply.

Jetzt war ich beim Anwalt und habe mit dessen Hilfe der Zweitüberprüfung widersprochen und eine Kopie meiner Aktenlage beim LBA beantragt. Bisher lässt sich das LBA hiermit wie sonst auch seine Zeit. Danach muss ich versuchen, die bei mir nie in Person durchgeführte "full evaluation" nachzuholen.

[Beitrag im Zusammenhang lesen]


Luftrecht und Behörden | Beitrag zu gefangen in der Fluguntauglichkeit
17. Mai 2023: Von Alexandros Feuerstein an Alexandros Feuerstein Bewertung: +2.00 [2]

Vielen Dank für eure Antworten.

Zunächst möchte ich klarstellen, das der Vorfall definitiv ein Einzelfall war und sich auf eine Präsynkope, also eine Synkope von maximal zwei Sekunden beschränkte. Durch einige Umstände (Vorfall passierte im Bad, besorgte Mutter) führte der Vorfall zu einem sehr kurzen Krankenhausbesuch. Es ist auch anzumerken, dass ich für mein Alter relativ groß bin (beim Vorfall vermutlich 1,85 mit 14, jetzt 1,96 mit 16). Naiver Weise versuchte ich mit meiner Ärztin die Relevanz des Vorfalles zu besprechen. Sie hat definitiv einiges flasch verstanden, jedoch kann ich den Verlauf der Untersuchung ihrerseits nur optimistisch als sehr schlechte Kommunikation oder pessimistisch als fahrlässige Inkompetenz beschreiben. Ich habe mittlerweile 237 Starts mit 41 Flugstunden mit Fluglehrer hinter mir. Ich durfte auch den einen oder anderen Kunstflug miterleben. All das, ohne dass mir auch nur Schwarz vor Augen wurde.
Betrachtet man die "Acceptable means of compliance", ist bei Klasse 2 der folgende Teil relevant:

(i) Syncope
Applicants with a history of recurrent vasovagal syncope may be assessed as fit after a
6-month period without recurrence, provided that cardiological evaluation is satisfactory.
Neurological review may be indicated.

Bei LAPL-Medicals taucht der Punkt Syncope garnicht mal auf.

Ich muss sagen, dass meine Flugtauglichkeitskarriere von Anfang an sehr dumm gelaufen ist. Auch ich hätte einige meiner Fehler vermeiden können und einige "red flags" realisieren müssen.

Nun bringt es leider nur bedingt viel, wenn ich mich selbst oder Menschen im Internet von meiner Flugtauglichkeit und den Missverständnissen mit meiner Ärztin überzeuge. Würde es nun etwas bringen, wenn ich wieder mit meiner Ärztin kontakt aufnehme und erneut versuche, meinen Fall klar zu stellen? Soweit ich weiß hat die Ärztin nun ja keine Relevanz mehr im Prozess der Zweitüberprüfung und der Schaden ist schon Angerichtet.
Ich mache mir nur Sorgen, dass das LBA jetzt meine "sabotierte" Akte vorliegen hat und so das Ganze in die Zweitüberprüfung weitergeführt wird. Würde ich jetzt mit sauberer Akte zu einem anderen Fliegerarzt gehen, würde ich bestimmt am selben Tag eine Medical besitzen. Leider kann ich das soweit ich weiß jedoch nicht.

Bis jetzt ist ein Besuch in Köln die beste Idee, falls die mir da überhaupt weiterhelfen können. Soweit ich weiß fallen auch <120kg-Flugzeuge mit der Fluguntauglichkeit für mich raus.

[Beitrag im Zusammenhang lesen]


Luftrecht und Behörden | Diskussion gefangen in der Fluguntauglichkeit
16. Mai 2023: Von Alexandros Feuerstein 

Hallo zussammen! Ich hab ein kleines (großes) Problem mit meiner Flugtauglichkeit und möchte hier um Hilfe bitten.

Mitte 2021 bin ich als 14-Jähriger meinem örtlichen Aero-Klub beigetreten und meine Liebe am Luftsport endteckt. In den kommenden drei Monaten habe ich mich durch häufige und motivierte Teilnahme am Flugbetrieb der A-Prüfung in der Segelflugausbildung genähert. Hierzu gehörte auch die Beschaffung eines Medicals. Auf Empfehlungen meiner Kameraden habe ich mich für eine Fliegerärztin entschieden und einen Termin vereinbart.
So weit, so gut. Ich erschien zum Termin und wurde untersucht, die Untersuchungen erflogten normal. Ich kriegte auch den üblichen Papierkram zum ausfüllen. Zwei Felder ließ ich offen: Migräne und Synkope. Ich lied zurzeit an Migräne, mit der Häufigkeit von etwa einem mal in drei Monaten. Ich hatte auch vor einem halben Jahr vor der Untersuchung eine (Prä-?)Synkope erlitten. Zu wenig getrunken, zu wenig gegessen und müde, das was halt zu einem solchen Einzelfall führt. Mit der Ärztin versuchte ich die Relevanz der Vorfälle zu besprechen, jedoch hatte sie nicht wirklich Zeit für mich. Die beiden Felder wurden angekreuzt und ich wurde schnell wieder ins Wartezimmer verwiesen. Nach 45 Minuten Wartezeit wurde ich nach Hause geschickt, ich würde per Post weiter erfahren.

Nach einem Monat ergebnislosen Warten versuchte ich telefonisch die Ärztin zu erreichen, was sich durch ständiges, nicht eingehaltenes "die Ärztin ruft Sie heute Nachmittag zurück" als schwierig erwies. Irgendwann wure ich dann per Post instruktiert, mich vom Kardiologen untersuchen zu lassen. Ich hatte nun ein 24-Stunden-EKG und ein Belastungs-EKG gemacht, ohne Befund. Die Resultate gab ich an die Ärztin weiter. Nach einiger Funkstille wurde mir dann gesagt, dass mein Medical beim LBA zur Konsultation in Bearbeitung ist und dass ich noch länger warten muss. Nach weiteren Monaten ergebnislosen wartens versuchte ich nun das LBA zu kontaktieren, was sich auch als schwierig erwies.

Nach einiger Zeit gelangte ich an die richtige E-Mail-Adresse des Referates für Flugmedizin. Auf nachfrage beim LBA stellte sich nun heraus, dass meine Ärztin gar keine Dokumente beim LBA eingereicht hatte. Wieder versuchte ich meine Ärztin zu kontaktieren und wurde erneut abgewimmelt. Nach einigen Versuchen bekam meine Mutter endlich mit der Ärztin zu sprechen. Den Vorfall konte die Ärztin nicht überzeugend begründen, trotz des problemlosen Befundes des Kardiologen seie sie immernoch Besorgt. Der Grund hierfür wurde mir nicht richtig klar. Trotzdem versprach sie uns nun die Untersuchung fortzuführen und machte und Hoffnung. Zum Ergebnis würden wir Post vom LBA bekommen. Nach einem Monat bekam ich per Post die feststellung meine Fluguntauglichkeit, unten links mit handschriftlicher Unterschrift meiner Ärztin. Soviel zu "Post vom LBA". Als Grund wurde "Nicht abgeklärte Synkope" angegeben, trotz der kardiologischen Untersuchung.

Mittlerweile ist gut ein Jahr seit meiner ersten Untersuchung vergangen.
Ab hier gab ich den Kontakt zu meiner Ärztin auf und suchte bei einem anderen Fliegerarzt um Beratung. Auf dessen Empfehlung beantragte ich beim LBA eine Zweitüberprüfung. Nach drei Monaten Wartezeit bekam ich per Post eine Datenschutzerklärung und eine Verpflichtung zur Kostenübernahme (auf unbestimme Höhe, yay) zum unterschreiben. Diese schickte ich Ende letzten Dezembers zurück. Seit dem tat sich nicht wirklich was Neues. Vor zwei Wochen fragte ich zum zweiten mal beim LBA nach dem Status nach. Mir wurde erneut versichtert, dass mein Fall in Bearbeitung ist und dass meine Zweitüberprüfung inzwischen dem fliegerärztlichen Ausschuss vorliegt.

Ich bin jetzt zwei Jahre Mitglied im Verein und seit langem diese grundlose Warterei leid. Hat irgendjemand ähnliche Erfahrungen und Ideen, wie ich so schnell wie möglich meine Flugtauglichkeit unter Beweis stellen lassen kann?

[Beitrag im Zusammenhang lesen]

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