Mit Ihrer Zusammenfassung EASA TBO-Problematik haben Sie
für meine Begriffe einen sehr guten Beitrag zur Verständigung
dieses Themas geleistet.
Im nachfolgenden noch einige Anmerkungen welche mich und mit
Sicherheit auch weitere Prüferkollegen persönlich betreffen:
Den Text des Appendix XIV to A.M.C.2 M.A.302 (d) fasse ich als
Angriff auf unsere Berufsehre als Prüfer auf. Prüfpersonal eines
behördlich zugelassenen LTB,s weiß ganz genau, was bei einer
Überprüfung von Motoren oder Komponenten zwecks TBO Ver-
längerungen zu tun ist und benötigt nicht die schulmeisterhaften
Belehrungen eines EASA Mitarbeiters. Die jahrzehntelange Praxis
im Umgang mit Überprüfungen von Motoren und Propellern zum
Zwecke der TBO Verlängerung, welche durch entsprechendes Prüfpersonal
durchgeführt wurde, basierte auf einem Prüfprogramm welches einmal
eben von diesen Personen entwickelt und vom LBA abgesegnet wurde.
Wenn nun die LTB,s mit entsprechender Anerkennung diese Arbeiten
nicht mehr durchführen dürfen, sondern nur noch LTB,s mit Cat B&C
Zulassung, so ist dieses ohne Ausbau des Motors oder Propellers
nicht möglich, da Arbeiten am Flugzeug nur durch Personal von LTBs
mit Cat A Zulassung möglich sind. Von dem wirtschaftlichen Schaden
der LTB,s ganz zu schweigen.
Für mich ebenfalls unklar ist die Ankündigung des Wegfalls der NfLII
70/99, welche bei Inkrafttreten enorme Diskussionen ausgelöst hat.
Gelten dann wieder die zulässigen Betriebszeiten, welche durch die
Aufhebung der Festlegung von zulässigen Betriebszeiten nach § 4 Abs.1
LuftBO aufgehoben wurden ?
Die Vorgehensweise der EASA ist derart unverständlich und enttäuschend,
hatten wir doch gehofft, das mit der Einführung der europäischen Regelungen
endlich Klarheit im Dschungel der LBA Forderungen einkehrt, jedoch das
Gegenteil ist eingetreten.
J.Heinicke
Certifying Staff B1,C
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