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Engagierter Journalismus aus Sicht des eigenen Cockpits
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Alle Beiträge von: Ralf Kahl [kahl]


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Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Die Bezirksregierung Düsseldorf erfindet die Luftfahrt neu – Herr Nüse lädt zur Präzisionsplatzrunde
13. April 2011: Von Ralf Kahl an Max Sutter
Selbstverständlich kann man einen "alten Hasen" für das Abfliegen der Platzrunde nehmen, am Besten noch vom Platz selbst.
Der Punkt ist doch der, dass man die eigene Platzrunde immer am Besten kennt. Trotzdem möchte ich von mir nicht behaupten, dass ich am eigenen Platz immer zu 100 % die Platzrunde einhalte. Mal wird man ein wenig vom Wind versetzt, mal hat man nicht aufgepasst und ist zu hoch gestiegen und verpaßt den Eindrehpunkt, weil man bemüht ist, diesen kleinen Faux pas wieder auszugleichen ... Gründe gibt es viele und die liegen meist in der Person des Piloten begründet - zumindest rede ich da von mir.
Die eigene Platzrunde kennt man deswegen so gut, weil man genau weiß: Wenn Du über diese Strasse fliegst, mußt Du in den Querabflug und da über dem Teich geht es in den Gegenanflug, usw. Wenn ich mir meine Anflugkarte aus der AIP nehme und zu einem anderen Platz fliege, dann ist es z. T. gar nicht mehr so einfach, genaue Platzrunden zu fliegen. Da ist der Eindrehpunkt dann irgendwo über einem Waldgebiet oder im 1. Drittel einer langezogenen Kurve einer Autobahn. Nur: Wo denn da genau? Wir fliegen auf Sicht! Wir haben gelernt, das Gelände unter uns mit der Karte vor uns in Übereinstimmung zu bringen. Wir haben gelernt, Entfernungen und die Lage gewisser Punkte abzuschätzen. Aber genau das letzte Wort beinhaltet den "Knackpunkt" der ganzen Diskussion: Wir können es nur abschätzen! "Hier müsste jetzt der Eindrehpunkt sein" ... wobei das dann noch abhängig von Höhe, Geschwindigkeit, Blickwinkel zum Boden, Wind und sonstigen Faktoren ist. Eine Ungenauigkeit ergibt sich alleine schon aus der Tatsache, dass ich gar nicht sehe, wenn ich direkt über dem imaginären Punkt bin, da ich keinen Glasboden in der Maschine habe.

Eine Festlegung in der Art, dass die eingezeichnete Runde als Strasse zu verstehen ist, an die sich der Pilot exakt zu halten hat und bei der er - in gewissen Ausnahmefällen - auch einmal den Standstreifen mitnutzen darf, widerspricht gänzlich unseren Möglichkeiten.
In der heutigen hochtechnisierten Welt passt es einfach nicht mehr ins Weltbild, dass es in der Fliegerei noch so etwas martialisches gibt wie "Sichtfliegerei". Jedes Auto hat doch heutzutage GPS. Stimmt. Mittlerweile haben es ja auch schon viele viele Handys. Es ist für den "lärmgeplagten" Anwohner nicht nachvollziehbar, dass man sein Flugzeug nicht genau so "exakt" bewegen kann wie er selbst sein Fahrzeug auf der Strasse.

Um aber auf den eigentlichen Punkt zurück zu kommen: Die Platzrunde ist eine Vorgabe, an die sich jeder Pilot weitgehend halten soll, um den Platzverkehr sicher zu gestalten und unnötigen Lärm weitgehend zu vermeiden.
Ich denke, dass es einem "alten Recken" sicherlich gelingen wird, eine gut geflogene Platzrunde hinzubekommen. Ob sie jedoch derart exakt ist, dass sie an jeder Stelle innerhalb des Korridores liegt, wage ich anzuzweifeln.
Insofern sollte sich auch der "alte Hase" fragen, wie er seine Perfektion erlangt hat: Durch üben, üben, üben.
Üben heißt auch, Fehler zu machen und Fehler machen zu können, aus denen man lernt. Ein "Anfänger", der sich an seine ersten Flüge in fremdes Terrain wagt, wird diese Exaktheit mit Sicherheit vermissen lassen. Er wird mit vielen anderen Dingen beschäftigt sein und somit Gefahr laufen, den Korridor zu verlassen, unabsichtlich. Vielleicht liegt er 200 m daneben, vielleicht 250 m. Selbst wenn er ein GPS-System benutzt, kann er daneben liegen, eben weil er den Eindrehpunkt und die Geschwindigkeit auf der Karte falsch abgeschätzt hat.

Ich denke, diese Wette ist eine gute Möglichkeit darzustellen, wie sehr selbst erfahrene Piloten neben der Platzrunde liegen können. Vielleicht ist das ein Weg, auch den Behörden zu verdeutlichen, dass es sich bei einer Platzrunde nicht um eine Art "Strasse" handelt, die man zu 100 % einhalten kann.

Herzliche Grüße ...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Die Bezirksregierung Düsseldorf erfindet die Luftfahrt neu – Herr Nüse lädt zur Präzisionsplatzrunde
13. April 2011: Von Ralf Kahl an Guido Warnecke
Guten Morgen,

natürlich sollte der Stil gewahrt bleiben und natürlich sollte sich gerade eine Zeitung wie PuF genau überlegen, wer namentlich genannt wird und in welcher Form er namentlich genannt wird.
Das Argument, dass man die "da oben" in den Verwaltungen und der Politik sonst vergrätzt, wenn man sie öffentlich vorführt, ist nicht von der Hand zu weisen.
Es ist aber, denke ich, auch nicht von der Hand zu weisen, dass alleine schon die Tatsache, dass überhaupt eine Berichterstattung stattfindet und der Pilot als braver deutscher Bürger nicht einfach die jeweilige Vorschrift unreflektiert akzeptiert Grund genug, bei den jeweiligen Stellen Unmut hervorzurufen.
Im vorliegenden Fall sehe ich es so, dass man sicherlich "Herr N." hätte schreiben und seinen Namen in dem hier veröffentlichten Dokument unleserlich hätte machen können; allerdings ist dies ein öffentliches Schreiben und der Verfasser drängt darauf, "die Nutzer des Verkehrslandeplatzes Bonn-Hangelar in geeigneter Weise über den Sachverhalt zu informieren". Da es in Bonn-Hangelar nicht nur Platzeigenen Flugverkehr gibt, ist eine Veröffentlichung in der Presse sicherlich ein Weg, möglichst viele Piloten über die Verordnung zu informieren, schließlich betrifft es jeden, der den Platz anfliegt.
Dies kann man in objektiver Art und Weise tun. Dabei kann man auch den Namen des entsprechenden Sachbearbeiters nennen; er wird ohnehin publik, und sei es auf Nachfrage einiger Pilotenkollegen, die persönlich ein paar Zeilen an die entsprechende Stelle schreiben wollen. Man solle allerdings aufpassen, nicht auf das Niveau gewisser Boulevard-Zeitungen abzurutschen und persönlich zu werden. Damit ist keinem gedient.

Herzliche Grüße ...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Die Bezirksregierung Düsseldorf erfindet die Luftfahrt neu – Herr Nüse lädt zur Präzisionsplatzrunde
12. April 2011: Von Ralf Kahl an Jan Brill
Sehr geehrter Herr Brill,

also ich sehe da noch keine Verbesserung gegenüber Egelsbach, denn es heißt ja gem. Text:
"... prüfe ich, ggf. unter Beteiligung des betroffenen Luftfahrzeugführers, ob hierfür ..."

und nicht

"... prüfe ich ggf., unter Beteiligung des betroffenen Luftfahrzeugführers, ob hierfür ..."

So wie es in ihrem Text aufgeführt ist, wird auf alle Fälle geprüft, ggf. auch unter Beteiligung des Piloten - wahrscheinlich mit der Betonung auf "ggf."

Leider also keine Verbesserung gegenüber Egelsbach.

Die Idee mit dem Wettangebot finde ich interessant. Ich bin einmal gespannt, ob sich jemand dazu bereit erklärt.

Herzliche Grüße...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Sonstiges | Beitrag zu Die 90 Tage Regel - aktuell
18. Januar 2011: Von Ralf Kahl an 
Hallo zusammen,

ich sehe das ähnlich wie Herr Erhard. Was soll die ganze Aufregung? Es geht immerhin um die Sicherheit der Passagiere.
Es mag ja sein, dass 99,9 % aller Piloten, die hier im Forum schreiben, so viele Stunden auf dem Buckel haben, dass sie nachts, bei Nebel mit Sichtweiten unter 50 m und in halbschlafenem Dämmerzustand nach einer halbjährigen Flugpause immer noch eine Maschine ohne "Bumms" landen können.
Es gibt aber eben auch Piloten, die im Jahr gerade mal 15 oder 20 Flugstunden im Flugbuch eintragen und im Winter gar nicht fliegen.
Ganz ehrlich, wenn ich das als Passagier wüsste (was ich leider nicht weiß!), würde ich mich nie zu diesem Piloten in die Maschine setzen.
Wenn man überlegt, dass man mit 12 Stunden im 2. Jahr inkl. 12 Starts und Landungen seinen PPL(A) erhalten kann, finde ich diese Regelung erst Recht in Ordnung.
Immerhin übernimmt man als Pilot die Verantwortung für die Sicherheit und das Leben der Passagiere. Wenn ein ungeübter Pilot sich nicht sicher ist und dann einen Fluglehrer auf den zweiten Sitz setzt, ist das doch völlig ok und dass man die 3 Landungen nicht anrechnen kann - mein Gott. Würde der Fluglehrer eingreifen (müssen), dürfte die Landung doch sowieso nicht zählen.
Wenn man sich dann sicher ist, macht man eben noch drei Ehrenrunden für sich alleine.
Mal ehrlich, wir sprechen hier nicht von horrenden Geldbeträgen sondern maximal von bis zu 200 €. Dieser Betrag sollte doch wohl jeder für seine und die Sicherheit anderer übrig haben; ganz abgesehen davon: Man ist in der Luft und zieht alleine daraus schon seine Freude.

Herzliche Grüße ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Avionik | Beitrag zu Bose Headset A20 - High End am Ende Schrott?
28. November 2010: Von Ralf Kahl an Christoph Pohlmann
... ich hab u. a. auch ein Headset von Sennheiser ... und auch da kostet der Austausch des Kabels über 100 €. Und selbstverständlich gilt auch die Garantie nicht, wenn man schusseligerweise mit dem Fuß am Kabel hängen bleibt :-) [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Avionik | Beitrag zu Bose Headset A20 - High End am Ende Schrott?
28. November 2010: Von Ralf Kahl an 
... jepp ... nur mit dem unerwünschten Nebeneffekt, dass auch das gsprochene Wort wie in Watte gepackt zu sein scheint *schmunzel* ... [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Die größte Geiselnahme in der Geschichte der Luftfahrt – Die EU-Kommission nimmt die Bürger als Faustpfand
5. November 2010: Von Ralf Kahl an 
"Re-geier-ung" gefällt mir ... :) und ist irgendwie auch so passend ... [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Grenzdebiles aus Niedersachsen: Minister Schünemann gegen Frachtflieger und Grundgesetz
3. November 2010: Von Ralf Kahl an Jan Brill
... vielleicht sollte man - analog zur ZÜP - für Politiker eine DÜP einführen ... nur: Wer regiert dann noch??? ... [Beitrag im Zusammenhang lesen]


IFR & ATC | Beitrag zu Flugleiter abschaffen!
18. Oktober 2010: Von Ralf Kahl an 
Hallo Frau Behrle,

wenn es um die Abschaffung des Flugleiterzwangs geht, stimme ich Ihnen vollkommen zu. Natürlich wären mir unkompliziertere Rechtsvorschriften auch lieber und ich wäre froh, wenn wir eine genügend große Lobby hätten, um dies auch politisch durchsetzen zu können.

Wenn ich die Mentalität der Menschen in diesem unserem Lande erwähnt habe, dann läßt sich das vielleicht an einem kleinen Beispiel gut verdeutlichen:

Ein Flugplatz existiert seit - sagen wir - 1950. Als er in Dienst gestellt wurde, gab es weit und breit keine Bebauung um ihn herum.
Im Laufe der Jahre rückte diese Bebauung immer weiter an den Flugplatz heran. Jeder, aber auch wirklich jeder, der sich dort eine Wohnung genommen oder ein Haus gebaut hat, wusste von dem Flugplatz. Oftmals hat man ja auch die Grundstücke aufgrund der Flugplatznähe preiswerter bekommen. Heute setzen die meisten Anlieger alles daran, den Flugbetrieb - wenn es geht - einstellen zu lassen. Das liegt nicht nur im Fluglärm begründet, nein ... denn ist der Flugplatz weg, steigen die Grundstückspreise deutlich! Ein lohnendes Geschäft. Es interessiert doch keinen, was alles daran hängt.
Hier ist man in spätestens 15 min. beim nächsten Supermarkt und muss keine 80 Meilen dafür fahren.
Es gibt hier kein Verständnis für diese Art der Fortbewegung.
Ich denke, das ist der große Unterschied zu Amerika. In Amerika sind die Entfernungen so groß, dass fast jeder schon mal das Flugzeug als Transportmittel gewählt hat. Das Verständnis der Menschen zur Fliegerei ist einfach ein anderes. Es wird dort tatsächlich als Transportmittel angesehen, während es hier als Luxusspielzeug gilt.

@ Herrn Laufenberg:
Nicht Sie sondern ICH habe "böser Flugleiter" gesagt :).
In einem interpretieren Sie mich falsch: Ich habe nicht gesagt, dass der deutsche Pilot jemanden braucht, der auf ihn aufpasst. Ich führe letztlich nur an, dass der deutsche Pilot es nicht gewohnt ist, auf Plätzen ohne Flugleiter zu landen und dass es dazu schon in der Ausbildung einen entsprechenden Schwerpunkt geben sollte.
Wenn ich als Pilot meinen Schein erhalten kann, indem ich im ersten Jahr gar nicht und im 2. Jahr 12 Stunden mit 12 Starts und Landungen erfliege, meinen Sie, dass dass genügend Übung ist, um solche Plätze ohne Probleme anzufliegen?
Meine Erfahrung ist da eine andere.
Ihre Frage, was ein verantwortungsvoller Pilot macht, wenn er ins europäische Ausland fliegen will kann ich nur so beantworten:
1.) Er macht sich mit den dort vorhandenen Regeln vertraut und fühlt sich fit genug, um es dann mittels learning by doing zu versuchen,
2.) Er fliegt beim ersten Mal nicht alleine sondern z. B. mit
Piloten, die das schon kennen und sammelt so seine Erfahrung oder
3.) Er macht vorab eine Einweisung in dem betreffenden Land und macht dann später seine Reise alleine mit dem Flugzeug dahin.

Zu den anderen Fragen könnte ich auch etwas sagen; ich denke aber, das würde zu langatmig werden. Nur eines: Ich finde es etwas blauäugig zu behaupten, dass das Abschaffen der Flugleiter einhergeht mit dem Wegfall der Öffnungszeiten und der Landegebühren.
Ich denke mal, dass die Politik bei den Öffnungszeiten einen strikten Riegel vorschieben wird - wenn nicht die Politik, dann die Anwohner und letztlich also dann doch wieder die Politik.
Zweitens wage ich zu bezweifeln, dass die Landegebühren einzig in die Taschen des/der Flugleiter fließen. Unterhalt des Platzes, Vorhaltung von Tankanlagen, Platzbefeuerung, Versicherungen, etc. dürften ihren nicht ganz unerheblichen Teil zu den Landegebühren beitragen.

@Herr Sutter:

Nein, leider habe ich noch nicht das Vergnügen gehabt, in Amerika fliegen zu können. Allerdings habe ich es mir ganz fest auf die Fahne geschrieben. Wenn Sie mir einen guten Tip geben würden, wäre ich wirklich dankbar.
Quatsch, lieber Herr Sutter, liegt immer im Auge des Betrachters. Wie schon gesagt: Ich fände amerikanische Zustände hier ebenfalls phantastisch ... nur muss man die Realitäten sehen.
Ich sehe die Realität so, dass wir dieses System in der Form nicht kennen und mit diesen Freiheiten schon gar nicht. In Amerika werden die Piloten damit aber groß. Langsames Erhöhen des Kontingentes der flugleiterfreien Plätze in diesem unserem Lande: Toll. Da kann sich jeder dran versuchen und so kann langsam ein neues System eingeführt werden, weil man sich nach und nach damit vertraut machen kann.
Alles andere halte ich persönlich für - wie sagten Sie? - Quatsch. :)

Diesmal ohne Polemik ...

Happy landings ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


IFR & ATC | Beitrag zu Flugleiter abschaffen!
18. Oktober 2010: Von Ralf Kahl an Thore L.
Hallo zusammen ...

ja, ja ... immer der böse Flugleiter. Überflüssig wie ein Kropf. Die Herren der Lüfte regeln ja alles völlig reibungsfrei unter sich. Immer korrekte Positions- und Höhenmeldungen, selbstverständlich wird im Funk die Funkdisziplin eingehalten und natürlich hat jeder die korrekten Phrasen verinnerlicht, absolut korrektes Verhalten in der Platzrunde, selbstverständlich auch hundertprozentiges Einhalten der Platzrunde, natürlich hundertprozentiges Wissen über platzeigene Besonderheiten, natürlich weiß man die Landerichtung durch Begutachtung des Windsacks einzuschätzen und..., und..., und ... da gibt es noch etliche Punkte mehr.

Klar kann das funktionieren, aber dafür müsste es auch entsprechend geschult werden. Viele müssen erst mal lernen, dass man eigenverantwortlich und vor allem präzise! seine Meldungen abgibt, schließlich verlassen sich die anderen darauf. Abgesehen davon sollte es bei unkontrollierten Plätzen auch heute schon absolut üblich sein. Da gibt der Flugleiter nämlich nur freundliche Hinweise auf die sinnvolle Start- und Landerichtung oder den Wind oder ob da noch weiterer Verkehr in der Platzrunde ist.
So wie ich das bis jetzt mitbekommen habe, funktioniert das aber in der Regel NICHT. Von wegen Einflug in die Platzrunde wie man es gelernt hat... "Da komm ich auch noch vorweg" und schwupps, wird mal eben ein anderer geschnitten. Schließlich hat man dadurch drei Minuten gespart. Gerne auch genommen:
"Rechter Queranflug" obwohl man im linken ist ... "Erbitte Startfreigabe" (am unkontrollierten Platz) ... alles Dinge, die man eigentlich gelernt haben sollte.

Was haben Flugleiter mit diesen Fehler(che)n zu tun? NICHTS! Gar nichts.

Die Flugleiter, die ich bis jetzt kennen gelernt habe, waren freundlich und zuvorkommend und haben auch kleinere Fehler meinerseits entsprechend korrigiert (z. B. ein falsch gehörtes QNH zurückgelesen).

Wenn jetzt auf einen Schlag alle Flugleiter abgeschafft werden würden, gäbe es an manchen Platzen ein Chaos.

Dafür müsste jeder ein entsprechendes Briefing durchführen - aber allein daran hapert es ja schon oft. Abgesehen davon sind bei uns in Deutschland viele Plätze in unmittelbarer Umgebung von Ortschaften, teilweise ist direkt bis an die Flugplätze herangebaut worden. Auch hier gibt es Einschränkungen - gerade an Wocheenden - die mit den jeweiligen Städten oder Kommunen bzgl. des Lärmschutzes ausgearbeitet wurden.
Wie oft werden hier schon die Angaben in der AIP außer Acht gelassen?
All das müsste man als Pilot berücksichtigen. Diese Kleinigkeiten, dass z. B. bei Seitenwind der eine dann die eine und der andere die andere Landerichtung auswählen könnte; nun ja ... 8 % Schwund sind üblich und vielleicht helfen diese kleinen Zwischenfälle ja den anderen Piloten, die Lage beim nächsten Flug anders zu bewerten.

Ich will hier partout kein Stab für die Flugleitung brechen, aber diese teilweise herablassende und überhebliche Kommentierung finde ich persönlich nervig. Wie ja schon gesagt wurde, scheinen sich manche auf das Thema Flugleiter "eingeschossen" zu haben, wobei man hier die Anführungsstriche auch weglassen könnte, denn bei solchen Kommentaren habe ich das Gefühl, als sei der Flugleiter das Übel in der allgemeinen Luftfahrt schlechthin! Keine Frage, dass es "solche" und "solche" gibt ... ich habe bisher immer nur die freundlichen kennen gelernt. Und wenn einer mal 'nen schlechten Tag hat ... Mein Gott, wer hat den mal nicht???

Dass in dem vielzitierten Amerika vieles einfacher und unkomplizierter funktioniert bedeutet noch lange nicht, dass es auch hier funktioniert. Dafür müsste unser Land erst einmal an Fläche zulegen und weiträumiger werden und - ach ja, eine Kleinigkeit - die Mentalität der Bewohner müsste sich ändern.

Happy Landings ...

Ralf

PS.: Mir ist bewusst, dass einiges von dem obigen Kommentar sehr polemisch formuliert ist ... dies auch in voller Absicht. [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Sonstiges | Beitrag zu Das Sterben geht weiter...
14. Juli 2010: Von Ralf Kahl an 
... ab I-Klasse? Ich kenne einige Firmen, die ihr Geld ausschließlich mit der "kleinen" E- und G-Klasse machen ...

Andererseits muss man die Politiker doch auch verstehen. Die Kassen sind leer und so kann man dem Wähler leider nichts mehr versprechen. Wenn man sich aber auf den Fluglärm stürzt, hat man zumindest unter der leidenden Bevölkerung sofort treue Wähler.
Außerdem ist so ein schönes Grundstück - wenn man es geschickt anstellt und wenn es dann noch zentral gelegen ist - eine wunderbare Einnahmequelle, um das marode Stadtsäckl wieder etwas aufzupumpen.
Damit kann man punkten.
Dass im Gegenzug ein paar Arbeitsplätze wegfallen, eine eher im Hintergrund agierende aber dennoch wichtige Sparte der Infrastruktur verödet, wird ja Gott sei Dank nicht so publik und kann daher wahltaktisch außer Acht gelassen werden. Eine wirkliche Beschäfigung mit dem ganzen Thema ist außerdem extrem zeitaufwändig und welcher Politiker hat heute schon dafür die Zeit?

Also ehrlich! Ich vermisse hier wirklich das Verständnis und das Mitgefühl für unsere stark gebeutelten Volksvertreter!
Sie wollen schließlich unser Bestes!

Herzliche Grüße ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Pilot und Flugzeug Artikel | Beitrag zu Die Blamage der Bürokraten – das große EU-Aschefestival
22. April 2010: Von Ralf Kahl an Max Sutter
... Ihre Frage haben Sie aber damit eigentlich schon selbst beantwortet, Herr Sutter ... das Zauberwort in Ihrer Frage heißt "nachdenken" und darin eingebettet "denken" ...

Happy landings ...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


IFR & ATC | Beitrag zu Crash einer TU154
20. April 2010: Von Ralf Kahl an Guido Warnecke
Ja, ja, der Herr Fuhrmeister ...

... ich persönlich finde seine Kommentare zumindest oftmals geistig fordernd, einfach deshalb, weil ich mir oft nicht vorstellen kann, dass diese einfach nur flappsig dahergeschrieben sind. Dass so manche Aussagen, wie ich finde, selbst die weiten Grenzen des englischen Humors deutlich überschreiten, steht außer Frage, und dieser ist ja nicht unbedingt für guten Geschmack berühmt, auch wenn man ihm ein gewisses Understatement nicht absprechen kann.

Aber zum eigentlichen Thema:

Meiner Meinung nach ist alles, was hier als Absturzursache diskutiert wird, reine Spekulation. Wie so oft, wird es sich um das Zusammenspiel mehrerer Faktoren handeln, die den eigentlichen Absturz verursacht haben.
Ich denke, dass hier der Pilot allerdings nicht aus der Verantwortung zu entlassen ist, denn er ist für die Maschine und für die Passagiere und die Besatzung verantwortlich. Dies gilt sowohl für den Fall, dass er dazu gedrängt wurde, trotz widriger Umstände auf dem Platz zu landen und sich dieser Anweisung nicht widersetzt hat als auch für den Fall, dass er meinte, die Situation ob seiner Erfahrung "im Griff" zu haben.

Dabei steht wohl außer Frage, dass es sich um einen erfahrenen Piloten handelte, der den Platz schon öfter angeflogen hat und der auch - entgegen ursprünglich anderslautenden Meldungen - keine Sprachprobleme hatte, zumal er fließend russisch sprach.

Nichts desto trotz scheint eine seiner Entscheidungen mit zu dem Unglück beigetragen zu haben ... aber auch das ist letztlich nur Spekulation.

Ich bin mal gespannt, was das offizielle Gutachten zu Tage fördern wird, wenn es überhaupt an die Öffentlichkeit gelangt.

Happy landings ...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


IFR & ATC | Beitrag zu Deutschland gehört den VFR-Fliegern
19. April 2010: Von Ralf Kahl an Juergen Baumgart
... ja, erstaunt war ich auch.

Es haben nämlich ziemlich viele Piloten am Sonntag angerufen, ob unser Platz denn geöffnet habe und waren teilweise richtig erstaunt darüber, schließlich sei der Luftraum doch gesperrt.

Ich für mich habe am Samstag im "gesperrten" Luftraum einen herrlichen Ausflug unternommen.

Dieser ganze Medienrummel ist in meinen Augen nichts anderes als ein schlecht recherchierter, unqualifiziert herausgegebener Sensationsjournalismus, der eher verunsichert als informiert. Nicht Fakten und Information sind wichtig, sondern reine Mutmaßungen. Erst nachdem einige Fluggesellschaften auch mit "großen" Flugzeugen ein paar Überführungsflüge VFR bzw. ein paar Probeflüge in größeren Höhen gemacht haben, kommen auch die Medien endlich dazu darüber zu berichten, dass der Luftraum ja "nicht ganz" gesperrt sei.

Nun ja. Da es eine solche Situation in Europas Landen noch nicht gegeben hat, ist der journalistische run auf dieses Thema ja irgendwie auch verständlich. Wenn die Situation noch vier Wochen anhalten würde, würde man wahrscheinlich nicht mal mehr auf der Seite 6 einer Tageszeitung etwas davon lesen können; andere Themen hätten sich dann längst in den Vordergrund geschoben.

Wie auch immer, eines hat mich dieses Szenario wieder gelehrt:

Sammele Informationen aus mehreren Quellen und mache Dir ein eigenes Bild von der tatsächlichen Situation.

In diesem Sinne werde ich mich jetzt an die Ausarbeitung eines weiteren schönen Fluges im "gesperrten" Luftraum machen.

Many happy landings ...

R. Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Sonstiges | Beitrag zu Neue Forderung: Feuerlöscher an Bord (nach NfL II 39 / 09) ?
28. Januar 2010: Von Ralf Kahl an Gustav HOLDOSI
Sehr geehrter Herr Holdosi,

ich bitte meine ungenaue Darstellung des Vorfalles zu entschuldigen. Selbstverständlich wird auch hier in unseren Flugschulen der von Ihnen dargestellte Ablauf gelehrt und wurde im geschilderten Fall auch entsprechend befolgt. Es war nur so viel Flugbenzin ausgelaufen, dass sich innen im unteren Bereich auf der Verkleidung eine Pfütze des Flugbenzins gebildet und entzündet hatte. Diese im Motorraum befindlichen Flammen wurden dann mit dem bordeigenen Halon-Löscher bekämpft. In der nachfolgenden Inspektion stellte sich dann heraus, dass - Gott sei Dank - nur ein paar Kabel ausgetauscht werden mussten, weil die Isolierung durch die Flammen angeschmort war. Hätte es länger gebrannt, wäre der Schaden sicherlich größer gewesen.

Mit freundlichen Grüßen ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Sonstiges | Beitrag zu Neue Forderung: Feuerlöscher an Bord (nach NfL II 39 / 09) ?
20. Januar 2010: Von Ralf Kahl an M Schnell
Sehr geehrter Herr Scheuerlein,

ich kann Ihnen nur beipflichten ... tritt ein Motorbrand während des Fluges auf, sollte man, wenn man den Brand nicht unter Kontrolle bekommt, schnellstens zusehen, die Maschine auf den Boden zu bekommen. Da hilft mir ein Löscher in der Kabine nun mal gar nichts. Ich pflichte Ihnen auch bei, was Ihre Aussage bzgl. der verbleibenden Reste der Plastikflieger angeht - das gleiche gilt bei entsprechenden Temperaturen übrigens auch für die fliegenden Alu-Dosen (Anmerkung: Ich fliege eh lieber letztere).

Wie gesagt, kann ich auch viele Gegenargumente und den allgemeinen Unmut nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, sind polemische Äußerungen ohne faktischen Hintergrund, die ohne triftigen Grund erst einmal alles negieren unter dem Motto: "So ein Ding bringt doch eh nichts, es ist im Gegenteil sogar noch gefährlich und außerdem ist das alles doch sowieso wieder nur eine hirnrissige Idee von irgendwelchen Sesselpupern und somit komplett an der Realität vorbei ..."

Selbstverständlich ist diese neue Vorschrift lästig, da stimme ich voll und ganz zu. Unzweifelhaft kann der Einbau - wie im Beispiel mit der Pitts - gefährlich oder aufgrund der Platzverhältnisse in den Maschinen nicht möglich sein. Aber eben dafür gibt es ja die Möglichkeit der Ausnahmen.

Selbstverständlich kann man dutzende von Argumenten gegen den Einbau eines Feuerlöschers benennen oder konstruieren. Ich möchte einfach nur darauf hinweisen, dass es eben auch Argumente für die Installation eines Feuerlöschers gibt.
Wir hatten am Platz einmal den in meinem ersten Posting geschilderten Fall, dass ein Vergaserbrand während des Startvorganges entstanden ist. Dieser konnte eben mit dem internen Löscher schnell und effizient und vor allem ohne hohe Folgekosten gelöscht werden. Allein dafür hat sich die Anschaffung des Löschers gelohnt.

Eine weitere Betrachtungsweise sehe ich auch darin, dass es sicherlich genügend Piloten gibt (ohne jemandem zu nahe treten zu wollen), die sich über diese Thematik bisher wenige oder keine Gedanken gemacht haben. Etwas überspitzt gesagt - wie beim Autofahren. Wozu ein Löscher? Ein Vorteil hat diese neue Verordnung zumindest aus meiner Sicht: Es setzen sich jetzt viel mehr Piloten mit diesem Thema auseinander und wer für sich selbst erkennt, dass ein Einbau nicht erfolgen kann, der kann sich davon befreien lassen.

Mit freundlichen Grüßen ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]


Sonstiges | Beitrag zu Neue Forderung: Feuerlöscher an Bord (nach NfL II 39 / 09) ?
20. Januar 2010: Von Ralf Kahl an M Schnell
Hallo zusammen,

ich habe bis jetzt mit Interesse diese Diskussion verfolgt. Der häufige Hinweis auf den fehlenden Feuerlöschzwang in Kraftfahrzeugen kann man sicherlich mit dem auch schon erwähnten Argument entkräften, dass man so ein Fahrzeug im Brandfall relativ schnell anhalten und verlassen kann.
Natürlich kann man ein Flugzeug in der Luft auch verlassen ... es dauert nur länger, bis die Füße wieder auf festem Boden stehen. Dann - wie beim Auto - von außen löschen dürfte in Ermangelung der nötigen Laufgeschwindigkeit auch nicht ganz einfach sein.
Brennt ein Auto und es ist kein Feuerlöscher vorhanden, so kann man sich das i. d. R. mit weinendem Auge von AUSSEN ansehen. Im Flugzeug während des Fluges jedoch ...

Prinzipiell finde ich die Forderung nach einem Feuerlöscher an Bord nicht verfehlt. Bei uns im Verein wurden die Maschinen (soweit es ging) schon vor Jahren damit ausgerüstet.
Es wurde in einem Posting argumentiert, dass bei einem Motorbrand auf dem Boden der Flugplatzbetreiber sicherlich den effektiveren (weil voluminöseren) Feuerlöscher hat. Stimmt. Dieser basiert aber in der Regel auf Pulver- oder Schaumbasis, während der in der Maschine auf Halonbasis funktioniert.
Geht man davon aus, dass der Brand (meist Vergaserbrand beim Anlassen) schnell erkannt wird, genügt die geringe Menge des internen Löschers aus, um den Brand zu bekämpfen. Vorteil: Kein aufwändiges Reinigen des Motorraumes und vor allem auch des Motors (wie nach dem Einsatz von anderen Löschern zwingend erforderlich), wobei vor allem die Kosten für letzteres deutlich über den Anschaffungspreis des internen Löschers hinaus gehen dürfte.
Wenn es in der Luft hart auf hart kommt, wird man sich sicherlich überlegen, ob man lieber den Löscher einsetzt, oder ein paar Brathändl bekommt, wobei es bei den "kleinen" E-Maschinen sicherlich möglich ist, nach erfolgtem Einsatz die Luft durch Öffnen des Fensters oder spaltweisen Öffnung der Tür wieder zu verbessern.
Selbstverständlich kann ich den Unmut verstehen, wenn jedes Flugzeug OHNE AUSNAHME mit einem Feuerlöscher ausgerüstet werden müsste. Ausnahmen sind aber ausdrücklich gestattet!
De facto ändert sich also doch gar nicht so viel: Wer - aus was für Gründen auch immer - keinen Feuerlöscher an Bord nehmen möchte oder kann, der kann eine Ausnahmegenehmigung beantragen.
Ich denke, es sollte sich jeder fragen, ob so ein Stückchen Sicherheit nicht die 400 € wert ist.

Mit freundlichen Grüßen ...

Ralf Kahl [Beitrag im Zusammenhang lesen]

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