Sehr geehrte Luftfahrt-Enthusiasten,
Ich suche Rat und Tipps (Meinungen wird es ganz bestimmt umsonst dazu geben), bezüglich meiner Lage und hoffe es gibt ein paar Dinge, die ich aus dem Aftermath dieses Posts mitnehmen kann.
Ich überlege einen Beruflichen wechsel vom Schreibtisch hin zum Hubschrauber-Berufspiloten.
Vorab, soll gesagt sein: Ja ich weiß, dass ich hier keine genaue oder korrekte Antwort bzgl. meiner Fragen erhalten kann oder werde und dies nur abschließend von einem Aeromedical Center, Fliegerarzt bzw. in diesem Fall des LBA geklärt und endgültig beantwortet werden kann. Allerdings gehört es dazu alles an möglichen Ressourcen zu nutzen, die einem bei der Bewältigung von Hindernissen helfen oder einen Schritt Richtung Traum weiterbringen, dazu gehört auch die Frage in einem solchen Forum, bei Menschen, die eventuell Ähnliches erlebt haben oder sich schlichtweg naturgemäß auskennen (könnten).
Das immer leidige und sensible Thema: Die F-Diagnosen und das Medical Class 1
Zuerst, ja, da dies ein sehr individuelles Thema ist, gibt es dazu keine generelle Antwort nur individuelle Lösungen (oder eben nicht). Dazu kommt naturgemäß vorsichtige Zurückhaltung bei diesem Thema. Oder um es anders auszudrücken, das ganze bei jeglichen Ärzten und Behörden ein heißes Eisen ist und aufgrund der Haftungsfrage auch beim ohnehin schwer überarbeiteten LBA schwer ist, Aussagen oder Erfahrungen anderer zu bekommen.
Lasst es mich kurz und knackig machen:
In einem Zeitraum von einem Jahr, mit Anfang zwanzig, jetzt vier Jahre her.
In dieser Zeit hatte ich eine Trennung, bei der ich als junger Mann dachte, es ist das Ende der Welt, war unzufrieden mit mir und meiner Ausbildung, welche ich gerade gestartet habe und bin gerade alleine in die Großstadt gezogen.
Habe mich also offenen und lösungsorientiert Ärzten anvertraut und habe einige F-Diagnosen gesammelt. Meiner Meinung nach ein richtiges vorgehen. Problem -> Lösung suchen -> Überwältigen. Allerdings habe ich bei einem Arzt eine rezidivierende Depression gesammelt und auf die Frage nach Konsum ehrlich angegeben, dass ich damals mal viel gekifft habe innerhalb eines Jahres als junger Mann, das ist aber 7 Jahre her. War nichts für mich, habe ich beschlossen. Steht aber im Bericht, welchen ich zu meiner Erstuntersuchung mitnehmen werde, ist nicht ideal. Aber das gehört auch dazu..
Weder vor diesem Zeitraum noch danach habe ich nochmals Kontakt bezüglich einer Depression oder F-Diagnosen gehabt. Man könnte rückblickend also sagen, dass es eine einmalige Phase war in einer Phase des Heranwachsens.
Im Nachhinein hätte ich gerne meinem damaligen Ich den ein oder andern Tipp gegeben. Ganz nach dem Motto nach dem Regen kommt die Sonne.
Ich sehe es auch bei aller Konsequenz mit Eintragungen meiner Patientenakte und eventuellen Problemen im Nachhinein wie z.B. bei einem Medical Class 1 als richtig, sich bei einem Problem eine Lösung zu suchen.
Ich könnte und werde einfach zur Erstuntersuchung ins AeMC gehen, alles an Dokumenten mitnehmen, was ich bekommen kann und schauen, was der Fliegerarzt und ggf. wahrscheinlich das LBA bei einem Verweis dazu sagt, oder verlangt.
Am Ende ist das der einzige Weg hier Klarheit hereinzubekommen. Vielleicht soll es auch nicht sein. Aber ich gehe einfach mal davon aus und weiß, dass auch Piloten mit schweren Zeiten zu kämpfen haben und jeder Mensch viele Auf und Ab's in seinem Leben hat. Ich vermute, ich mache mir einfach zu viele Gedanken und sollte es einfach ausprobieren und schauen wie das Ergebnis ist. Aber die Erstuntersuchung ist keine Führerscheinprüfung, in die ich so häufig machen kann. Deshalb suche ich auf diesem Weg Rat oder Informationen.
Hab trotzdem ein paar Fragen an euch, würde mich freuen, wenn jemand mir dazu etwas sagen kann oder erzählen kann.
Wenn euch das zu privat ist, schreibt mit gerne eine Direktnachricht.
Ich würde mich wirklich ernsthaft freuen, mich mit jemanden auszutauschen, der selbige Problematik in der Vergangenheit oder auch Gegenwart hat oder hatte.
Hier meine Fragen:
1. Hat jemand von euch mal ein Luftfahrt-Psychologisches Gutachten anfertigen lassen (müssen). Und ist es generell sinnvoll, so etwas bereits vor der Erstuntersuchung, also im Vorfeld anfertigen zu lassen und direkt mitzubringen? Oder gibt es hier jemanden, der im Rahmen des Verweises jenes anfertigen lassen musste, wenn ja, wie war die Entscheidung im Nachhinein? Hat es beim DLR in Hamburg stattgefunden?
2. Gibt es hier in der Community Leute, die jemanden kennen oder selber durch entsprechende Historie bzgl. der Patientenakte in diesem Fall eine rezidivierende Depression, eventuell ein Medical Class 1 bekommen haben, oder eben genau nicht? Oder dieses entsprechend widerlegen konnte?
3. Gibt es einige, die diesbezüglich ein Medical Class 1 bekommen haben, aber mit Einschränkungen (Auflagen)? Ist es generell üblich, Einschränkungen diesbezüglich zu bekommen?
4. Gibt es generell Leute unter euch, die Ideen oder Erfahrungen in diesem Bereich gemacht haben, mit dem LBA und dem Ablauf kennen oder etwas dazu wissen?
5. Gibt es unter euch jemanden, der auch bezüglich der Thematik mit dem FAA Medical Erfahrung hat?
6. Hat hier jemand mit Asthma bei der Erstuntersuchung Probleme/Erfahrung gehabt?
Ich habe nicht behandlungspflichtiges und leichtes Asthma. Nehme keine Medikamente diesbezüglich ein. Laut Auskunft eines AeMC ist dies selbstverständlich immer individuell zu beurteilen, das ist mir klar. Aber warum nicht nach Erfahrung fragen?
Besten Gruß,
[Beitrag im Zusammenhang lesen]