Servus,
ohne jetzt im Detail auf den Vorfall an sich einzugehen,nur mal meine Gedanken zu den Folgen.
Dem AFISO würde ich wohl erstmal unterstellen, dass er vermutlich lediglich einen mandatory occurrence report erstellt hat und nicht etwa den Vorfall direkt zur Anzeige gebracht hat. Das würde ich jetzt nicht verurteilen oder sonst wie bewerten, war halt einfach "pflichtbewusst".
Der entsprechende Auszug aus der EU Regulation lautet:
....Aircraft deviation from applicable air traffic management (ATM) regulation:
aircraft deviation from applicable published ATM procedures; .....
Die zuständige Behörde könnte dann, je nach Vorfall, vom Piloten einen Bericht mit so Sachen wie Root Cause und vielleicht Mitigation und/oder Corrective Action anfordern. Wenn das dann plausibel rüber kommt, sollte die Sache damit auch erledigt sein und niemand muss "bestraft" werden.
Damit wäre vermutlich der Sicherheit geholfen: der Pilot hätte sich nochmals mit der Fehlerkette beschäftigt, die Behörde hätte was zum abheften, niemand müsste sich aufregen und schon gar keine Gerichte überlasten.
Sollte allerdings das BAF lediglich aufgrund solcher Sicherheitsmeldungen dann direkt entsprechende OWI´s verteilen (ohne vorherige Schritte), dann wäre dieses Vorgehen zu kritisieren. Das ist aus meiner Sicht auch vom EU Gesetzgeber auch so nicht vorgesehen, da ganz am Anfang der VO 376/2014 steht:
...The sole objective of occurrence reporting is the prevention of accidents and incidents and not to attribute blame or liability....
Die Nummer wäre vor allem dann mal interessant, wenn der Pilot in diesem Fall selbst einen Occurrence Report erstellt hätte. Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit sollte hier wohl keine Rolle gespielt haben, gefährdet oder gar verletzt wurde wohl offensichtlich auch niemand. Dementsprechend solte das im Sinne von Just Culture usw. dann auch keine größeren Konsequenzen haben. Ich vermute mal, mit diesem Ansatz haben einige unserer Behörden einfach noch so ihre Probleme.